Wirtschaft

Wachstum wird noch stärker Konjunkturforscher heben die Daumen

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Hohe Kapazitätsauslastung in den Unternehmen.

(Foto: dpa)

Seit geraumer Zeit boomt die deutsche Wirtschaft. Und das soll auch weiter so bleiben. Die deutschen Wirtschaftsinstitute gehen in ihrer Frühjahrsprognose von einem noch stärkeren Wachstum aus.

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hält an. Die führenden Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr leicht angehoben. Die Experten erwarten nun für das laufende Jahr ein Plus von 2,2 Prozent und für das kommende Jahr von 2,0 Prozent, wie aus dem Frühjahrsgutachten hervorgeht, das in Berlin vorgestellt wurde. Im Herbst hatten sie noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung  um 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet.

Der deutsche Export profitiere vom Aufschwung der Weltwirtschaft. Außerdem bleibe der private Konsum stark. Allerdings gibt es Risiken. "Die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten werden allmählich knapper", hieß es.

"Gerade wenn Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben", ergänzte er. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der gesetzlichen Rentenversicherung liefen dem Nachhaltigkeitsgedanken zuwider.

Die Luft werde "dünner", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. In den Unternehmen gibt es bereits eine hohe Kapazitätsauslastung, die zuletzt noch einmal gestiegen sei. Die Firmen sehen aber einen Mangel an Fachkräften als immer größeres Problem. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

Arbeitsmarkt sehr solide

Der Arbeitsmarkt wird dem Bericht zufolge auch weiterhin von Frühlingsgefühlen geprägt sein. Die Zahl der Arbeitslosen fällt demnach in diesem Jahr auf rund 2,3 Millionen und 2019 auf 2,2 Millionen (2,5 Millionen in 2017). Der Prognose zufolge wird die Arbeitslosenquote nach 5,7 im Jahr 2017 auf 5,2 im Jahr 2018 und auf 4,8 Prozent im Jahr 2019 sinken. Die Zahl der Erwerbstätigen wird sich 2019 auf 45,3 Millionen belaufen und damit um 1 Million höher sein als in 2017. Für 2018 werden 44,9 Millionen Erwerbstätige prognostiziert.

Mit Blick auf die Verbraucherpreise rechnen die Experten bis 2019 mit einem Anstieg auf 1,9 Prozent. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird voraussichtlich leicht zunehmen, von 262,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 277,0 Milliarden im laufenden Jahr und 284,5 Milliarden im kommenden Jahr. Das sind 8,0 und 8,2 und 8,0 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung des Jahres.

Beteiligt an dem Gutachten sind das Münchner Ifo-Institut, das DIW Berlin, das Essener RWI, das Kieler IfW und das IWH Halle. Die Bundesregierung wird ihre Prognose kommende Woche präsentieren. Sie rechnet derzeit mit einem preisbereinigten Wachstum von 2,4 Prozent in diesem und 1,9 Prozent im kommenden Jahr. Danach könnte die Konjunktur an Tempo verlieren. In den Jahren 2020 und 2021 lautet die Schätzung auf ein Plus von jeweils 1,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/DJ

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