Wirtschaft

Speichergebühr für Lieferanten Kunden drohen weitere Gasumlagen

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Damit die Gasversorgung jederzeit gesichert ist, kaufen Netzbetreiber zur Not zu. Dafür erheben sie eine Speicherumlage.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Damit russische Engpässe den deutschen Gasmarkt nicht in die Knie zwingen, müssen Kunden ab Oktober eine Umlage auf jede Kilowattstunde bezahlen. Doch es könnten noch weitere Gebühren dazukommen: Auch eine Speicherumlage für Lieferanten steht im Gesetz.

Auf Gaskunden könnten neben der Gasumlage zur Rettung wichtiger Importeure noch weitere Umlagen zukommen. Vom 1. Oktober an müssen Gasversorger auf jede von Haushalten verbrauchte Kilowattstunde Erdgas 0,57 Cent für sogenannte Regelenergie zahlen, wie das Unternehmen Trading Hub Europe (THE) in Ratingen mitteilte. Bei Firmen beträgt die Umlage 0,39 Cent je Kilowattstunde. Ob und in welcher Höhe diese Umlagen von den Gaslieferanten auf die Endverbraucher umgelegt werden, ist offen. Sie kämen dann zu der bereits veröffentlichten Gasumlage von 2,419 Cent je Kilowattstunde hinzu.

THE ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Ferngas-Netzbetreiber. Es setzt Regelenergie, also Gas, immer dann ein, wenn im bundesweit zusammenhängenden Gasnetz das Verhältnis zwischen ein- und ausgespeisten Gasmengen nicht ausgeglichen ist. Die Kosten werden umgelegt. Diese schon seit mehreren Jahren bestehende Speicherumlage beträgt aktuell null Euro.

Auch die Höhe dieser Gasspeicherumlage wurde am Donnerstag veröffentlicht. Sie beträgt 0,059 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden würde das Mehrkosten von 11,80 Euro ohne Mehrwertsteuer pro Haushalt pro Jahr nur für die Gasspeicherumlage bedeuten. Auch hier ist allerdings noch unklar, ob und wie sie auf die Verbraucher umgelegt wird.

Ausgleich für Zukäufe zur Versorgungssicherheit

Die Gasspeicherumlage soll THE die Kosten ersetzen, die zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit entstehen, also für den Gas-Einkauf. Im Vergleich zu den Mehrkosten für Gasimporteure wegen ausbleibender Lieferungen aus Russland fällt die Speicherumlage jedoch kaum ins Gewicht.

Gesetzliche Grundlage der Gasspeicherumlage ist das novellierte Energiewirtschaftsgesetz. Die neue Umlage ist laut THE entsprechend der gesetzlichen Grundlage zeitlich begrenzt bis zum 31. März 2025.

Die Bundesregierung hatte zuvor mitgeteilt, einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Erdgas zu verlangen. Die Steuer solle von bisher 19 auf 7 Prozent verringert werden, kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz am Mittag an. Mit dem Schritt würden die Gaskunden insgesamt deutlich stärker entlastet als sie durch die staatliche Gasumlage belastet würden.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

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