Wirtschaft

Fortschritte in Griechenland Lagarde: Schuldenschnitt ist nicht nötig

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Christine Lagarde auf dem Weg zu Angela Merkel.

dpa

Schuldenerleichterungen, aber keinen Schuldenerlass: IWF-Chefin Lagarde nähert sich in der Griechenland-Frage den Verantwortlichen der Euro-Zone an. Noch ist aber unklar, ob sich der IWF am laufenden Hilfsprogramm beteiligen wird.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht keine Notwendigkeit für einen nominalen Schuldenerlass für Griechenland. Ein solcher "Haircut" genannter Schuldenschnitt sei nicht erforderlich, sagte Lagarde in der ARD. Sie hatte zuvor in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen.

Zum Ende des aktuellen Hilfsprogramms 2018 benötige das Land aber Schuldenerleichterungen durch eine Verlängerung der Laufzeiten der Kredite seiner Euro-Partner. Insgesamt bescheinigte die IWF-Chefin dem Land Reform-Fortschritte.

Griechenland müsse die zugesagten Reformen aber auch gesetzlich umsetzen, sagte Lagarde. Ausdrücklich nannte sie das Rentensystem und die Einkommensteuer sowie den Arbeitsmarkt. Der Grad von Schuldenerleichterungen sei davon abhängig, wie gut die Reformen umgesetzt würden und wie das Wirtschaftswachstum zum Ende des Hilfsprogramms 2018 ausfallen werde: "Je mehr Reformen, desto weniger Schuldenreduzierung."

Unklar ist noch, ob der IWF finanziell in das Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro einsteigen wird. Die Reformfortschritte machten dies aber wahrscheinlicher, sagte Lagarde. Sie machte deutlich, dass der IWF für Griechenland keine Sonderregeln aufstellen könne, sondern sich an seine Regeln für Hilfsprogramme halten müsse.

Der IWF bewertet die aktuelle Schuldenlast kritischer als die Eurozone. Die Euro-Finanzminister lehnen einen Schuldenerlass ab, der nach dem Europäischen Vertrag ohnehin nicht erlaubt ist.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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