Wirtschaft

Enttäuschte Erwartungen Liefer-Rennen drückt Amazons Gewinn

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Kunden von Amazon Prime sollen noch schneller beliefert werden. Dafür muss der Konzern aber erstmal kräftig investieren.

(Foto: imago images / CHROMORANGE)

Nach vier Quartalen mit Rekordgewinn ist die Erfolgsserie des weltgrößten Online-Händlers Amazon gerissen. Der Konzern nimmt hohe Kosten in Kauf, um die großen Versprechen von Chef Jeff Bezos zu erfüllen.

Amazon nimmt für Investitionen in schnellere Lieferungen einen Gewinnrückgang in Kauf. Der weltgrößte Online-Händler legte nach Börsenschluss zum ersten Mal seit zwei Jahren einen Gewinn unter den Erwartungen vor und kündigte an, auch im laufenden Quartal Abschläge hinzunehmen.

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Finanzchef Brian Olsavsky erklärte, man habe im zweiten Geschäftsquartal etwas mehr als die angekündigten 800 Millionen Dollar für die Beschleunigung der Lieferkette ausgegeben. Amazon strebt für möglichst viele Kunden seines Prime-Programms eine Lieferung noch am Tag der Bestellung an. Der Internet-Konzern sieht sich zunehmender Konkurrenz etwa von Walmart ausgesetzt, das mit Lieferungen in zwei Tagen ohne eine Mitgliedspflicht wirbt.

Für das zweite Quartal gab Amazon einen um ein Fünftel höheren Umsatz von 63,4 Milliarden Dollar bekannt. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,6 Milliarden Dollar nach 2,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Experten hatten mit 2,8 Milliarden Dollar gerechnet. Beim Cloud-Dienst AWS verlangsamte sich das Wachstum etwas: Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Seit 2015 hat die Sparte für Internet-Dienste regelmäßig Steigerungsraten von mehr als 40 Prozent verzeichnet.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Amazon einen operativen Gewinn zwischen 2,1 und 3,2 Milliarden Dollar – hier gehen Analysten bislang nach Erhebungen von FactSet allerdings von 4,4 Milliarden Dollar aus. Die Amazon-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zunächst um etwa zwei Prozent. Der Konzern hat in der Vergangenheit wiederholt kurzfristige Gewinne liegengelassen in seinem Bestreben, langfristig Märkte zu beherrschen. Wie andere US-Technologie-Konzerne zieht Amazon zunehmend kritische Blicke der Regulierer und Politik auf sich.

Quelle: n-tv.de, ino/rts

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