Wirtschaft
Lloyd's of London gibt es schon seit 329 Jahren. Durch den Brexit kommt einiges an Änderungen auf die Versicherungsbörse zu.
Lloyd's of London gibt es schon seit 329 Jahren. Durch den Brexit kommt einiges an Änderungen auf die Versicherungsbörse zu.(Foto: AP)
Donnerstag, 30. März 2017

Neuer Standort wegen Brexit: Lloyd's of London zieht nach Brüssel

Großbritannien soll künftig nicht mehr zur EU gehören. Für die Geschäfte der Versicherungsbörse Lloyd's of London ist das ein Problem. Und deshalb braucht sie einen neuen Standort: Es geht ausgerechnet nach Brüssel.

Angesichts des angekündigten Brexit baut die Londoner Versicherungsbörse Lloyd's ein neues Standbein in Brüssel auf. Die neue europäische Versicherungsgesellschaft solle ihr Geschäft mit der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2019 aufnehmen und ihren Sitz in Brüssel haben, kündigte Lloyd's-Chefin Inga Beale an. "Es ist wichtig, dass wir dem Markt und den Kunden eine effiziente Lösung bieten, damit das Geschäft ohne Unterbrechung weiterlaufen kann, wenn Großbritannien die EU verlässt." Ohne ein Standbein innerhalb der Europäischen Union müsste Lloyd's fürchten, nach dem Brexit keine Geschäfte innerhalb der EU mehr machen zu dürfen.

Die belgische Hauptstadt, in der die Europäische Kommission und andere EU-Institutionen ihren Sitz haben, biete in einer zentralen europäischen Lage einen robusten regulatorischen Rahmen und erfülle damit wesentliche Kriterien, sagte Beale. Es sei nun wichtig, dass die britische Regierung und die EU eine Vereinbarung aushandelten, die es Unternehmen ermögliche, nach dem formellen Brexit unter den bestmöglichen Bedingungen weiter zu florieren.

Umzugsgedanken auch bei JP Morgan

Die britische Regierung hatte am Vortag offiziell bei der EU den Austritt aus der Gemeinschaft beantragt. Auch in London angesiedelte Banken zwingt der Brexit zur Suche nach neuen Domizilen. So erwägt auch die US-Investmentbank JP Morgan eine Verlagerung von Arbeitsplätzen und verhandelt derzeit nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg über den Kauf eines Bürogebäudes in Dublin. In das Gebäude könnten mehr als 1000 JP-Morgan-Mitarbeiter einziehen, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Investmentbank teilte in einer Stellungnahme mit, dass bislang noch keine abschließende Entscheidung gefallen sei und noch zahlreiche andere Optionen auf dem Tisch lägen. Laut Bloomberg bereitet die Führungsspitze die Belegschaft aber bereits auf einen möglichen Umzug vor. Es müssten zwangsläufig Mitarbeiter auf eine Übersiedlung aus London angesprochen werden, zitierte die Nachrichtenagentur aus einer internen Notiz an die Belegschaft.

Quelle: n-tv.de