Wirtschaft

Bundesbank: "Signale ermutigend" Lockdown haut deutsche Wirtschaft nicht um

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Vor allem der Bereich der Industrie erholt sich: Nach den vorliegenden Zahlen sei dort die Produktion stark gestiegen, stellt die Bundesbank fest.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Ausbreitung des Coronavirus und die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung bremsen zwar die Erholung der deutschen Wirtschaft, dennoch wirft es sie nach Einschätzung der Bundesbank nicht um. Ihre Widerstandsfähigkeit sei so groß, dass Zuversicht angesagt sei. Dem folgt jedoch ein großes Aber.

Die deutsche Wirtschaft beweist nach Einschätzung der Bundesbank auch im verschärften Lockdown ihre Widerstandsfähigkeit. Es gebe "ermutigenden Signale", die darauf hoffen ließen, "dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und noch weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht Januar.

Ihre Zuversicht begründen die Volkswirte der Bundesbank in dem veröffentlichten Bericht mit der Entwicklung im Schlussquartal 2020. Wie das Statistische Bundesamt geht die Bundesbank davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres "in etwa stagniert" hat.

Die Ausbreitung des Coronavirus und die erneut verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bremsten die Erholung der deutschen Wirtschaft. Dass es zu keinem größeren konjunkturellen Rückschlag kam, liege unter anderem daran, dass einige nicht unmittelbar durch die Maßnahmen betroffene Wirtschaftsbereiche sich weiter erholten, erklärte die Bundesbank.

Dabei sei vor allem die Industrie zu nennen. Nach den bis November vorliegenden Zahlen sei dort die Produktion stark gestiegen. Auch der Bau habe kräftig zugelegt. Und selbst im Einzelhandel gab es vor der Schließung vieler Geschäfte im Dezember noch steigende Umsätze.

"Es könnte noch zu einem spürbaren Rückschlag kommen"

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Im Gesamtjahr 2020 brach die Wirtschaftsleistung Deutschlands einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Nach dieser tiefen Rezession sagen etliche Ökonomen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein starkes Comeback voraus.

Allerdings gibt es noch erhebliche Unsicherheiten, auf die auch die Bundesbank hinweist: "Sollte das Infektionsgeschehen ... nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder sogar noch weiter verschärft werden, könnte es ... noch zu einem spürbaren Rückschlag kommen."

Quelle: ntv.de, abe/dpa