Wirtschaft

Mini-Inflation stärkt Kaufkraft Löhne klettern in Rekordtempo

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Zuletzt konnten die Gewerkschaften in mehreren Branchen deutliche Lohnsteigerungen durchsetzen.

(Foto: imago/Christian Mang)

Während die Preise in Deutschland sich kaum bewegen, steigen die Löhne deutlich. Zusammen sorgen diese Entwicklungen dafür, dass das reale Einkommen der Arbeitnehmer so stark wächst wie seit Jahren nicht mehr.

Die Reallöhne in Deutschland steigen so stark wie seit mindestens sieben Jahren nicht mehr. Sie kletterten zwischen April und Juni um 2,7 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Dies war der höchste Zuwachs seit Beginn dieser Zeitreihe im Jahr 2008." Die Nominallöhne stiegen um 3,2 Prozent, während sich die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent erhöhten.

Vor allem in Branchen, in denen es zuletzt überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab, legte die Kaufkraft der Verbraucher spürbar zu. So stiegen die Nominallöhne etwa im Gastgewerbe um 4,5 Prozent, in der öffentlichen Verwaltung gab es ein Plus von 4,1 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe von 3,8 Prozent.

Geringfügig Beschäftigte profitierten mit einem Anstieg von 5,0 Prozent stärker als Voll- (+3,2 Prozent) und Teilzeitbeschäftigte (+3,3 Prozent). Dies könnte mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro zusammenhängen, der seit Anfang 2015 gilt. Aus den Daten geht hervor, dass die Lohnuntergrenze vor allem Ungelernten zugutekommt.

Der durchschnittliche Bruttoverdienst für einen Vollzeitjob ohne Sonderzahlungen betrug im zweiten Quartal laut Statistik im Schnitt 3616 Euro. Bei leitenden Angestellten waren es demnach 6584 Euro, bei ungelernten Arbeitern 2084 Euro.

Das Wiesbadener Bundesamt erhebt vierteljährlich die Verdienste in 40.500 Betrieben in der Industrie und im Dienstleistungsbereich. Dank der guten Lage am Arbeitsmarkt und der niedrigen Inflation schieben die Verbraucher mit ihren Konsumausgaben die Wirtschaft spürbar an.   

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa/DJ

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