Wirtschaft

Schwere Vorwürfe gegen die Bahn Lokführer beklagen "sinnlose Eskalation"

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Die Gewerkschaft der Lokführer wirft der Bahn vor, die Tarifverhandlungen sinnlos eskalieren zu lassen.

(Foto: imago/Rupert Oberhäuser)

Noch immer gibt es keine Einigung im Streit um die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn. Weitere Streiks soll es erst einmal nicht geben, allerdings erhebt die Gewerkschaft der Lokführer schwere Vorwürfe gegen die Bahn.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Deutsche Bahn im Tarifstreit scharf kritisiert. Die Bahn provoziere ein "Scheitern der Tarifverhandlungen", erklärte die Gewerkschaft und sprach von einer "sinnlosen Eskalation". Die DB-Verhandlungsführung verlange von der GDL, dass sie einen "endverhandelten Tarifvertrag nicht unterzeichnet". Die für die Tarifgespräche zuständige DB-Pressesprecherin konnte zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

"Wir haben uns mit dem Arbeitgeber in allen Inhalten geeinigt", erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. "Irrwitzigerweise versucht die DB, die Unterzeichnung in die nächste Woche zu verschieben." Dies sei "unverständlich, unlogisch und nicht hinnehmbar". Wer sich so verhalte, versuche Tarifergebnisse zu "manipulieren".

Die GDL warf den Verhandlungsführern der Bahn vor, den Verhandlungsort Eisenach am Donnerstag verlassen und damit "einseitig die Tarifverhandlungen mit der GDL" abgebrochen zu haben.

Neue Verhandlungen angekündigt

In den Tarifverhandlungen hatte die Deutsche Bahn am Mittwoch ein verbessertes Angebot vorgelegt. Die GDL habe "das Angebot mit sämtlichen bis dahin erzielten Teilergebnissen akzeptiert", erklärte die Gewerkschaft. Die DB wolle diese Ergebnisse aber "nicht unterzeichnen".

Im Bahn-Tarifkonflikt bemühen sich Arbeitgeber und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nun den vierten Tag in Folge um eine Lösung. Die seit Dienstag laufenden Gespräche werden an diesem Freitag fortgesetzt, wie eine Bahnsprecherin sagte. Dabei geht es vor allem um mehr Lohn und Gehalt für rund 160.000 Beschäftigte der Bahn. Ein weiterer Warnstreik ist derzeit nicht angekündigt.

Quelle: n-tv.de, ame/AFP/dpa

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