Wirtschaft

Ertragsbringer im Minus Luftfahrtkrise trifft GE schwer

RTX71O1J.jpg

"Wir haben noch viel zu tun, um das schlanke Unternehmen zu werden, das wir sein wollen", heißt es von der GE-Führung.

(Foto: REUTERS)

Der US-Mischkonzern General Electric steckt mitten in einem historischen Umbau. Nicht zuletzt deswegen kommt die Corona-Krise zur Unzeit. Vor allem die Triebwerkssparte schreibt rote Zahlen. Dennoch soll das schlimmste nun überstanden sein.

Die Corona-Krise und der Zusammenbruch des Flugzeugmarkts treffen General Electric (GE) schwer. Die Luftfahrt-Sparte, sonst der verlässlichste Ertragsbringer, rutschte im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen, weil die Umsätze mit Flugzeugmotoren und -wartung wegbrachen. Der ohnehin in der Sanierung steckende US-Mischkonzern musste im zweiten Quartal einen um Sondereffekte bereinigten Verlust von fast 1,3 Milliarden Dollar hinnehmen, wie der Siemens-Rivale mitteilte. Ein Jahr zuvor standen auf dieser Basis noch knapp 1,4 Milliarden Dollar Gewinn zu Buche. Schwarze Zahlen schrieben nur das Medizintechnik-Geschäft und die Finanz-Sparte GE Capital.

General Electric
General Electric 6,67

Der Umsatz brach im abgelaufenen Quartal um ein Viertel auf 17,7 Milliarden Dollar ein, der Auftragseingang war mit 13,4 Milliarden Dollar um mehr als ein Drittel niedriger als ein Jahr zuvor. "Wir sehen erste Anzeichen der Verbesserung im Juni und Juli", sagte Vorstandschef Larry Culp.

Ein Trostpflaster für den Konzern aus Boston war, dass der Mittelabfluss aus dem Industriegeschäft mit 2,1 Milliarden Dollar deutlich niedriger ausfiel als befürchtet. GE hatte mit bis zu 4,5 Milliarden gerechnet. Culp erwartet, dass das Minus im zweiten Halbjahr zurückgeht und GE die Abflüsse 2021 ganz stoppen kann. "Wir haben noch viel zu tun, um das schlanke Unternehmen zu werden, das wir sein wollen", sagte er in einer Telefonkonferenz.

Um den Schuldenberg abzubauen, will sich GE in den nächsten drei Jahren auch von der verbliebenen Beteiligung am Öl- und Gasfeldausrüster Baker Hughes trennen. Dort war GE erst 2017 eingestiegen, hatte den Anteil aber schon im vergangenen Jahr auf unter 50 Prozent reduziert.

Am stärksten gebeutelt wurde die Flugzeugzuliefersparte, wo der Umsatz im zweiten Quartal um 44 Prozent, der Auftragseingang sogar um 56 Prozent einbrachen. Die Sparte, vor einem Jahr trotz der Probleme der Boeing 737 Max, für die GE die Turbinen liefert, noch der größte Gewinnbringer, landete diesmal bei 680 Millionen Dollar Verlust. Culp sagte, man stelle sich darauf ein, dass die Erholung der Luftfahrt länger dauern werde. Auf das Flugzeuggeschäft und die Flugzeugleasing-Sparte GECAS schrieb der Konzern zusammen 1,7 Milliarden Dollar ab.

Quelle: ntv.de, jwu/rts