Wirtschaft

Verdi ruft Caterer zu Streik auf Lufthansa-Passagiere bekommen kein Essen

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Die Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs hat weltweit 35.500 Mitarbeiter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um sich besser auf das Airline-Geschäft konzentrieren zu können, verkauft die Lufthansa ihre Bordverpflegungs-Tochter LSG an einen Konkurrenten. Verdi und die betroffene Belegschaft fürchten Gehaltseinbußen - nun wird kurz vor Weihnachten gestreikt. So müssen manche Passagiere wohl hungrig bleiben.

Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Streik bei der Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs am Donnerstag auf. Die Beschäftigten sollen an den Flughäfen Frankfurt und München ab Mitternacht für 24 Stunden die Arbeit niederlegen, wie Verdi mitteilte. Mit dem Streik will die Gewerkschaft vor allem Langstreckenflüge von Lufthansa treffen und kündigte an, dass mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen sei. Die Airline will trotz der Arbeitsniederlegungen allerdings ihr volles Programm fliegen. Auf innerdeutschen und Europa-Flügen könne jedoch voraussichtlich bis einschließlich Samstag keine Bordverpflegung angeboten werden, sagte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt am Main. Er bat Fluggäste um Verständnis.

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Der Konflikt zwischen Verdi und Lufthansa hatte sich nach Bekanntgabe des Verkaufs des LSG-Europageschäfts an den Wettbewerber Gategroup zugespitzt. Die Verhandlungen des Unternehmens mit der Dienstleistungsgewerkschaft über Bestandsregelungen für die rund 7000 Mitarbeiter sind noch nicht beendet. Verdi hatte sich lange gegen den Verkauf gestemmt und forderte eine Absicherung der jetzigen Löhne.

Die betroffenen Beschäftigten der bisherigen Lufthansa-Tochter befürchten Gehaltseinbußen. Die Gewerkschaft fordert von der LSG eine tarifvertragliche Absicherung der Einkommen ihrer Mitarbeiter in Deutschland. Weltweit hat die Firma über 35.500 Mitarbeiter. Einen deswegen für den 2. Dezember geplanten Warnstreik hatte Verdi kurzfristig abgesagt, nachdem der Lufthansa-Vorstand ein verbessertes Angebot vorgelegt habe. Der Arbeitgeber habe aber "weiterhin nur in unzureichendem Maße Angebote zur Einkommenssicherung bei Gehaltskürzungen durch den neuen Eigentümer vereinbaren" wollen, teilte die Gewerkschaft weiter mit.

Das gesamte Unternehmen machte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 115 Millionen Euro, lag damit aber deutlich unter der Rentabilität im Gesamtkonzern Lufthansa. Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter war 2016 vom chinesischen Mischkonzern HNA gekauft und von der Schweizer Börse aus dem Handel genommen worden. Das Unternehmen beschreibt sich als weltweit führender Anbieter von Bordverpflegung und damit verbundenen Dienstleistungen. Weltweit versorge man aus mehr als 200 Betrieben jährlich mehr als 700 Millionen Fluggäste. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 4,9 Milliarden Schweizer Franken (4,32 Mrd Euro).

Quelle: ntv.de, agr/dpa/rts/DJ