Wirtschaft

Rettungspaket in Gefahr Lufthansa hat offenbar Plan B

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Die Lufthansa-Führung verfügt einem Insider zufolge über einen Ausweg, sollte die morgige Abstimmung über das Rettungspaket scheitern.

(Foto: imago images/MiS)

Die Verantwortlichen bei der Lufthansa wollen mithilfe des Rettungspakets der Bundesregierung eine Insolvenz verhindern. Doch der Großaktionär Thiele könnte auf der anstehenden Hauptversammlung seine Zustimmung verweigern. Nun sichert sich der Konzern offenbar mit einer Notfallalternative ab.

Die Lufthansa hat nach Informationen aus Verhandlungskreisen bei einem Scheitern des staatlichen Rettungspakets auf der Hauptversammlung einen alternativen Plan entworfen, um eine drohende Insolvenz zu verhindern. Die Bundesregierung könnte als Plan B in zwei Schritten zu einem Anteil von 20 Prozent an der Lufthansa kommen, ohne dass eine Hauptversammlung (HV) notwendig wäre, erklärte eine mit den Überlegungen vertraute Person. "Das wäre ein Weg, auf dem der Staat ohne Zustimmung des Großaktionärs zu 20 Prozent kommen könnte", ergänzte der Insider aus dem Umfeld der Lufthansa. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

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Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket des Staates für die durch die Corona-Krise angeschlagene Lufthansa braucht vor allem wegen der geplanten Kapitalerhöhung zum Einstieg des Bundes am Donnerstag einen HV-Beschluss mit Zweidrittelmehrheit. Großaktionär Heinz Hermann Thiele hatte den Plan kritisiert. Da laut Vorstandschef Carsten Spohr weniger als 38 Prozent der Stimmrechte bei der HV vertreten sein werden, könnte Thiele mit seinem 15,5-prozentigen Anteil allein die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für den Staatseinstieg verhindern.

Die Kapitalerhöhung würde dem Insider zufolge aufgeteilt: Die ersten zehn Prozent könnte der Bund exklusiv aus genehmigtem Kapital zum geplanten Bezugspreis von 2,56 Euro bekommen. Die restlichen zehn Prozent kämen aus einer weiteren regulären Kapitalerhöhung, an der alle Aktionäre teilnehmen könnten, zusammen.

Der Bezugspreis wäre dann zwar höher. Der Bund könnte die Preisdifferenz aber durch Abzug des Betrages von der Stillen Beteiligung von der Lufthansa zurückbekommen. "Der Bund könnte dann mit diesem Anteil womöglich keinen Gewinn machen", ergänzte der Insider. Der Plan sei bisher nicht mit der Bundesregierung abgestimmt.

Quelle: ntv.de, fzö/rts