Wirtschaft

Verpflegung nur noch gegen Bares Lufthansa macht Schluss mit Gratis-Snacks

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Auch das Salamibrot kostet ab sofort.

(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Bei Billigairlines wie Ryanair und Eurowings müssen die Fluggäste schon länger für die Bordverpflegung bezahlen. Jetzt zieht auch Lufthansa nach. Während es auf Europa-Flügen bislang noch kostenfreie Getränke und Snacks gab, sollen Passagiere von nun an auch auf kürzeren Flügen dafür bezahlen.

Der Lufthansa-Konzern streicht auf seinen Europaflügen die kostenfreie Verpflegung in der Economy-Klasse. Vom kommenden Frühjahr an müssen die Kunden für Snacks und Getränke an Bord bezahlen, wie der Konzern in Frankfurt mitteilte. Diese Regelung galt bislang schon bei den Konzern-Gesellschaften Brussels Airlines und Eurowings und wird von März an auf Lufthansa, Swiss und Austrian ausgeweitet.

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"Unser bisheriges Snackangebot in der Economy Class erfüllt häufig nicht die Erwartungen unserer Gäste", begründete Vorstandsmitglied Christina Foerster den Schritt. Anstelle ungeliebter Sandwiches oder Schoko-Riegel sollen nun höherwertige Produkte zum Kauf angeboten werden, die auf Basis der Kundenrückmeldungen entwickelt würden.

Einer Sprecherin zufolge sollen die neuen Produkte umweltfreundlicher und gesünder ausfallen. Gedacht sei beispielsweise an Salate, Bowls und Müslis. Auch der allseits beliebte Tomatensaft und regionale Produkte werden zum Kauf angeboten. Künftig sollen Passagiere der Lufthansa und Swiss noch eine Flasche Wasser pro Flug kostenfrei erhalten.

Bis zur Corona-Krise gab es auf den Europa-Flügen der Netz-Airlines standardmäßig kostenfreie Getränke und je nach Flugdauer auch Snacks, Sandwiches oder kleine warme Gerichte. In der Pandemie hat Lufthansa das Angebot aus hygienischen Gründen stark reduziert. Auf Flügen bis zu zwei Stunden gibt es derzeit kein Speisenangebot und nur eine eingeschränkte Getränkeauswahl.

Die Lufthansa wurde wie die gesamte Branche von der Corona-Pandemie hart getroffen. Nach drei Quartalen hat das vom Staat gerettete Unternehmen im laufenden Jahr bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro ausgewiesen und ist mit einem deutlich eingeschränkten Flugangebot unterwegs. Von 124.000 Stellen sollen langfristig nur rund 100.000 übrig bleiben. Die Nachricht vom Impfstoff hatte allerdings in dieser Woche den Aktienkurs beflügelt und es zudem der Gesellschaft erleichtert, sich am Kapitalmarkt frisches Geld zu besorgen.

Quelle: ntv.de, jki/dpa