Wirtschaft

"Flexibler und effizienter" Lufthansa ruft das "neue Normal" aus

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Lufthansa: Sind schlagkräftiger als vor der Pandemie.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Die Kunden kehren mit dem Abflauen der Corona zurück: Schon im Sommer will die Lufthansa ihr Angebot in Europa fast bis auf Vorkrisenniveau ausweiten. Bereits im Winter verdoppelten sich die Einnahmen, während sich das Minus halbiert.

Urlauber und auch alle anderen Flugpassagiere der Lufthansa müssen sich auf höhere Preise einstellen. Darauf bereitete Deutschlands größte Airline die Kunden vor. Hintergrund sind starke Preissteigerungen beim Treibstoff infolge des Ukraine-Kriegs sowie bei verschiedenen Dienstleistungen rund um den Flug. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet wegen akuter Personalprobleme bei Partnern wie Flughäfen und Flugsicherungen weitere Betriebsstörungen, wie sie sich bereits Ostern gezeigt haben. Der Konzern selbst habe die Corona-Krise hinter sich gelassen und befinde sich in einem "neuen Normal", sagte Spohr.

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"Wir sind flexibler, effizienter und schlagkräftiger als vor der Pandemie", erklärte er weiter. Die starke Nachfrage werde vor allem von Privatreisenden getragen, auf die man sich mit einem verstärkten touristischen Angebot eingestellt habe. Im Sommer will der Kranich-Konzern auf der europäischen Kurzstrecke bereits wieder 95 Prozent des Vorkrisenniveaus fliegen, die Direktflugtochter Eurowings biete sogar mehr Sitzplätze an als 2019. Für das Gesamtjahr peilt Lufthansa im Schnitt 75 Prozent des Vorkrisenangebots an. "Die Neubuchungen steigen von Woche zu Woche - bei den Geschäftsreisenden, aber ganz besonders bei Urlaubs- und Privatreisen", sagte Spohr. Die Lufthansa beförderte mit 13 Millionen Fluggästen mehr als vier Mal so viele wie im Auftaktquartal 2021.

Im ersten Quartal dämmte der Lufthansa-Konzern seine Verluste dank einer stark gestiegenen Ticketnachfrage ein. Unter dem Strich blieb ein Minus von 584 Millionen Euro. Das waren 44 Prozent weniger als im noch stärker von Corona geprägten Vorjahresquartal. Während sich der Umsatz auf knapp 5,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelte, sank das Minus im Tagesgeschäft (bereinigtes Ebit) um 44 Prozent auf 591 Millionen Euro. Die Zahl der Passagiere hat sich mit 13 Millionen in der Jahresfrist mehr als vervierfacht.

Im Gesamtjahr soll sich das operative Ergebnis im Vergleich zu dem Milliardenverlust des zweiten Corona-Jahrs 2021 verbessern, auch dank des weiterhin sehr profitablen Frachtgeschäfts der Lufthansa Cargo. Die Sparte verdiente im ersten Quartal den Rekordwert von 495 Millionen Euro. Ob es der Konzern im Gesamtjahr in die schwarzen Zahlen schafft, wagt der Vorstand aber weiterhin nicht zu sagen - auch wegen der zuletzt extremen Sprünge beim Kerosinpreis, die teils noch über die Steigerungen beim Rohöl hinausgingen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Reaktion der Kunden auf den Ukraine-Krieg und die hohe Inflation.

Angesichts der verbesserten Aussichten will Lufthansa auch die coronabedingten Staatshilfen für seine Schweizer Tochter Swiss bis Jahresmitte zurückgeben. Von der staatlich gesicherten Kreditlinie in Höhe von 1,5 Milliarden Franken habe man zuletzt 210 Millionen in Anspruch genommen. Die rückzahlbaren Staatshilfen Deutschlands hatte Lufthansa bereits im vergangenen Jahr getilgt. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik ist aber noch mit gut 14 Prozent am Grundkapital des MDax-Konzerns beteiligt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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