Wirtschaft

Streiks in den Sommerferien? Lufthansa und Flugbegleiter streiten

Zwischen Deutschlands größter Airline und der Flugbegleitergewerkschaft herrscht dicke Luft. Die Ufo droht der Lufthansa schon jetzt mit Streiks zur Hauptreisesaison im Sommer. Der Konzern erkennt die Kündigung der Tarifverträge nicht an.

Bei der Lufthansa spitzt sich der Konflikt mit dem Kabinenpersonal zu: Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, hat der Airline bereits drei Monate vor Ende der Friedenspflicht am 30. Juni mit einem Streik im Sommer gedroht. "Wenn sich die totale Verweigerungshaltung der Lufthansa bis dahin nicht deutlich verbessert, läuft alles auf einen massiven Streik des Kabinenpersonals hinaus", sagte Baublies zu "Focus".

Lufthansa erkennt die vergangene Woche erfolgte Kündigung der Tarifverträge, die eigentlich noch bis 2023 laufen, nicht an, weil sie daran zweifelt, ob Baublies die Gewerkschaft mit rund 30.000 Mitgliedern rechtlich vertreten darf. Baublies kündigte an, die Fluglinie per einstweiliger Verfügung dazu zu zwingen: "Lufthansa hat am Montag von allen Ufo-Vorständen unterschrieben einen Brief bekommen, in dem hieß es ganz klar: Mischen Sie sich nicht ein", sagte Baublies gegenüber n-tv. "Die Vertretung der Ufo ist sichergestellt. Wir werden natürlich Klage einreichen gegen diese unsäglichen Behauptungen."

"Aus Sicht von Lufthansa haben die Tarifverträge Bestand, da auf Basis der aktuellen Informationslage die formalen Kriterien für eine Kündigung nicht erfüllt sind", hält Unternehmenssprecherin Anke Schafmeister bei n-tv.de dagegen. Im Register des Amtsgerichts Darmstadt sei Alexander Behrens als Ufo-Chef vermerkt, heißt es im Konzern.

Er hatte sein Amt im Oktober aus gesundheitlichen Gründen abgegeben, war aber im Vorstand geblieben. Die Ufo selbst nennt Baublies als Chef. In der Gewerkschaft tobt seit Monaten ein Machtkampf. Gegen nicht genannte Verantwortliche ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf Untreue.

Lufthansa sei an einer handlungsfähigen Gewerkschaft interessiert und wolle wieder in einen geordneten Arbeitsmodus mit Ufo kommen, bestätigte die Sprecherin gegenüber n-tv. Das Unternehmen hoffe, dass die Unklarheiten innerhalb der Ufo schnell ausgeräumt würden und man sich wieder den wichtigen Themen zuwenden könne.

Beide Seiten stehen unter hohem Druck: Die Gewerkschaft ufo will bessere Bedingungen und höhere Löhne für ihre Mitglieder durchsetzen, ist aber intern zerstritten. Die Airline wiederum belasten die Verluste aus enorm vielen Flugausfällen im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr könnte wegen der zunehmenden Überlastung der Flughäfen droht eine neue Chaos-Saison im Sommer.

Quelle: n-tv.de, hvg/dpa

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