Wirtschaft

Milliardenschweres Rettungspaket Lufthansa verortet sich auf der Zielgeraden

Das weltweit grassierende Coronavirus bringt den internationalen Luftverkehr praktisch zum Erliegen. Dem deutschen Traditionskonzern Lufthansa droht daher nach eigener Darstellung die Insolvenz. Jetzt verkündet der Konzern, "zeitnah" mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket übereinzukommen.

Die in der Corona-Krise unter Druck geratene Deutsche Lufthansa steht kurz vor einer Einigung mit der Bundesregierung über ein milliardenschweres Rettungspaket. In einer Pflichtmitteilung bestätigte das Unternehmen in der Nacht, dass es "fortgeschrittene Gespräche" mit Vertretern des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) über einen Stabilisierungsplan führe, um der Fluggesellschaft das Überleben zu sichern. Man wolle "zeitnah einen Abschluss" erzielen, um die Solvenz des Traditionskonzerns zu sichern.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor der Veröffentlichung des Berichts erklärt, die Regierung stehe nach wochenlangen Verhandlungen kurz vor einer Einigung mit der Airline. Die Regierung sei in "intensiven Gesprächen" mit dem Unternehmen und der EU-Kommission. Streitpunkt in den Verhandlungen ist die Sperrminorität: Es geht darum, wie viel Kontrolle und Mitsprache die Politik angesichts eines derart hohen finanziellen Engagements des Staates in dem Unternehmen ausüben soll.

Nach Angaben des Konzerns sehe das noch nicht final vereinbarte Rettungspaket Stabilisierungsmaßnahmen im Umfang von bis zu neun Milliarden Euro vor, davon drei Milliarden als KfW-Darlehen. Daneben werde der WSF eine stille Einlage leisten. Laut Lufthansa soll über die Kapitalerhöhung in einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden werden. Hinzu kommen eine direkte Beteiligung des Staates von 20 Prozent sowie eine Wandelanleihe im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie.

Der WSF beabsichtige, die mit den Aktien verbundenen Stimmrechte insgesamt nur in Ausnahmefällen wie dem Schutz vor einer Übernahme auszuüben. Außerdem sollen zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt werden, erklärte die Fluggesellschaft. Die Beteiligung des Staates ist gemäß dem Bericht der Fluggesellschaft mit Auflagen verbunden - etwa einem Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen und Begrenzungen bei der Vergütung des Managements.

Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Dem Stabilisierungspaket müssen Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa noch zustimmen und im Anschluss muss das staatliche Rettungspaket durch die Europäische Kommission genehmigt werden.

Quelle: ntv.de, fzö/rts