Wirtschaft

Airline-Einstieg der Niederlande Macron reagiert pikiert auf KLM-Umgestaltung

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Der französische Präsident Macron ist wenig amüsiert über die neueste Entwicklung bei Air France-KLM.

(Foto: REUTERS)

Um seinen Einfluss bei Air France-KLM zu steigern, steigt der niederländische Staat bei der Luftfahrtallianz ein. Das überrascht vor allem die französische Regierung. Präsident Macron und Finanzminister Le Maire sehen dringenden Klärungsbedarf.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die niederländische Regierung aufgefordert, ihre Absichten nach dem Einstieg bei der Fluglinie Air France-KLM zu klären. "Es dürfen auf keinen Fall innenpolitische Debatten am Tisch des Verwaltungsrats ausgetragen werden", sagte Macron vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Interesse der Gesellschaft müsse gewahrt bleiben.

Air France-KLM
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Die französische Regierung sei zuvor nicht über die Entscheidung der Niederländer informiert gewesen, erklärte Macron. Das hatte bereits Wirtschaftsminister Bruno Le Maire im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung "Les Echos" betont. Weder der Verwaltungsrat noch die französische Regierung hätten vom dem Schritt gewusst, so Le Maire. "Die Grundsätze der guten Führung müssen respektiert werden", sagte der Minister. Es dürfe keine "staatliche Einmischung" geben.

Macron erklärte nun, dass Le Maire seinen niederländischen Amtskollegen Wopke Hoekstra Ende der Woche in Paris treffen will, damit dieser die niederländischen Absichten erklären könne. Dies sei wichtig, denn Air France-KLM sei ein großes europäisches Unternehmen mit vielen Mitarbeitern - nicht nur aus Frankreich und den Niederlanden.

Den Haag strebt nach mehr Einfluss

Der niederländische Staat hatte sich für 680 Millionen Euro einen Anteil von 12,68 Prozent an der Fluggesellschaft Air France-KLM gesichert, wie am Dienstag überraschend bekannt wurde. Ziel sei es, den Einfluss auf die Airline zu stärken, sagte Hoekstra der niederländischen Nachrichtenagentur ANP zufolge.

Letztlich will die Regierung in Den Haag auf einen Anteil von rund 14 Prozent kommen. Das würde dann der Beteiligung des französischen Staates entsprechen, der laut französischen Medien 14,3 Prozent an der Holding hält. Der niederländische Premierminister Mark Rutte habe den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron über den Schritt informiert, meldete ANP.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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