USA nicht mehr Top-Partner"Made in Germany" wieder stärker gefragt - überraschendes Exportplus

Das Jahr für die deutschen Exporteure endet doch noch etwas versöhnlich. Im Dezember liefen die Geschäfte unerwartet stark. Im Gesamtjahr steht damit unter dem Strich ein kleines Plus. Experten sind mit Blick auf die kommenden Monate jedoch uneins.
Die deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr mehr ins Ausland verkauft. Insgesamt stiegen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zugleich meldete die Behörde einen unerwartet starken Schlussspurt. Allein im Dezember kletterten die Ausfuhren um bereinigt 4,0 Prozent im Vergleich zum November. Das ist der größte Zuwachs seit Oktober 2021. Auf Jahressicht belief sich das Plus noch auf 2,7 Prozent.
Im Gesamtjahr verkauften die Betriebe Waren im Wert von fast 1,57 Billionen Euro an Kunden im Ausland. Zugleich bezogen sie von dort Produkte für knapp 1,37 Billionen Euro. Der Außenhandelsüberschuss betrug 209 Milliarden Euro. China löste dabei im vergangenen Jahr mit einem Außenhandelsumsatz (Exporte und Importe) von 251,8 Milliarden Euro die USA als wichtigsten Handelspartner ab, die auf 240,5 Milliarden Euro kamen.
"Die Exporte gleichen die Verluste aus dem Vormonat wieder aus", kommentierte Alexander Krüger, Ökonom bei Hauck Aufhäuser Lampe, mit Blick auf den Dezember. "Es bleibt dabei, dass der Exportsektor mächtig Sand im Getriebe hat. Weitere negative Mengenreaktionen infolge der US-Zölle stehen bevor."
Start von niedrigem Niveau
Die LBBW verwies darauf, dass "ein schwieriges Jahr hinter der deutschen Industrie" liege. Die Produktion sei gesunken und der Exportüberschuss habe sich verringert. "Wir starten also von eher niedrigem Niveau aus hoffentlich in einen Aufschwung, der ruhig etwas länger tragen darf", hieß es weiter. "Platz nach oben ist zumal für die Kapazitätsauslastung, und die Rahmenbedingungen sind angesichts niedriger Leitzinsen und der bekannten Impulse der Fiskalpolitik deutlich verbessert. Insgesamt sind wir daher für das laufende Jahr eher leicht zuversichtlich gestimmt."
Im letzten Monat des Jahres gingen Waren für 133 Milliarden Euro ins Ausland. Die Importe summierten sich auf 116 Milliarden Euro. In die Mitgliedstaaten der EU wurden dabei Güter für 75,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 59,4 Milliarden Euro von dort bezogen. Zum Vormonat stiegen Exporte in die Staatengemeinschaft damit um 3,1 und die Importe aus diesen Staaten um 1,7 Prozent. In die Staaten außerhalb der EU wurden derweil Waren für 58 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von gut 57 Milliarden Euro importiert. Zum November ein Plus von 5,0 und 1,2 Prozent.
Die meisten Ausfuhren gingen im Dezember erneut in die USA. Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro geliefert. Das waren 8,9 Prozent mehr als im November, obwohl die von Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" belasten. Das deutsche China-Geschäft wuchs ebenfalls: Die Ausfuhren in die Volksrepublik nahmen um 10,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zu.
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich zu Jahresbeginn aufgehellt. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg im Januar auf minus 1,2 Punkte, von minus 3,0 Zählern im Dezember, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Managern mitteilte. "Auch wenn die Unternehmen weniger skeptisch bezüglich ihrer Auslandsgeschäfte sind, bleibt die Unsicherheit hoch", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Für das erste Quartal 2026 fehlen klare Signale für einen Aufwärtstrend."