Wirtschaft

Rekorde-Reigen erwartetDiese drei Mega-Börsengänge lassen die Wall Street erzittern

21.05.2026, 12:02 Uhr
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Tech-Milliardär Elon Musk dürfte sich bereits die Hände reiben. (Foto: IMAGO/Image Press Agency)

Gleich drei Tech-Schwergewichte aus den USA streben in diesem Jahr einen Gang auf das Börsenparkett an: SpaceX, Anthropic und Open AI. Das Gesamtvolumen der Wertpapiere könnte bisherige Rekorde brechen. Unterdessen steht Milliardär Elon Musk vor einer Premiere.

Das Emissionsvolumen sämtlicher Börsengänge in den USA wird 2026 voraussichtlich ein Rekordhoch erreichen. Den Experten der Bank Goldman Sachs zufolge könnten Börsenaspiranten bei Investoren insgesamt 160 Milliarden Dollar einsammeln. Knapp die Hälfte dieser Summe wird wohl an SpaceX gehen, die Raumfahrtfirma des Milliardärs Elon Musk.

Mit OpenAI und Anthropic stehen aber auch zwei wichtige Entwickler von Künstlicher Intelligenz (KI) vor dem Sprung auf das Börsenparkett. Schätzungen zufolge werden sie auf ein Emissionsvolumen von zusammengerechnet etwa 50 Milliarden Dollar kommen.

SpaceX würde Weltrekord übertreffen

SpaceX hat einen vertraulichen Antrag für einen Börsengang in den USA eingereicht und wird voraussichtlich am 12. Juni debütieren. Das angepeilte Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar würde den bisherigen Weltrekord des Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 um das Dreifache übertreffen. Experten trauen SpaceX eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar zu. Das Unternehmen will Insidern zufolge bis zu 30 Prozent der ausgegebenen Aktien für Kleinanleger reservieren. Das ist etwa dreimal mehr als üblich.

Einer Schätzung des Magazins "Forbes" zufolge ist Musk damit auf dem besten Weg, der erste Billionär der Welt zu werden. Zur Vorbereitung fusioniert er seine Weltraumfirma mit dem KI-Entwickler xAI. Mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Billionen Dollar ist dieser Zusammenschluss der größte der Geschichte.

OpenAI-Bewertung könnte auf Billion klettern

Der ChatGPT-Entwickler peilt Insidern zufolge einen Börsengang für die zweite Jahreshälfte 2026 an. Dabei könnte OpenAI mit bis zu einer Billion Dollar bewertet werden. Das auf KI spezialisierte Softwarehaus will sich daher offenbar verstärkt um Firmenkunden bemühen.

Um für Investoren attraktiver zu werden, hat sich OpenAI in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) umgewandelt. In dieser Gesellschaftsform sollen Gewinnorientierung und die Einhaltung sozialer Ziele austariert werden. Zudem hat die gemeinnützige Organisation OpenAI die Kontrolle über die gewinnorientierte OpenAI LP, die die KI-Entwicklung vorantreibt, abgegeben.

Entscheidung bei Anthropic nicht final gefallen

Der OpenAI-Rivale Anthropic hat einem Medienbericht zufolge eine Anwaltskanzlei mit den Vorbereitungen für einen Börsengang beauftragt. Das Unternehmen betont, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Zu Jahresbeginn 2026 gerät der Software-Entwickler mehrfach in die Schlagzeilen: Das Start-up veröffentlicht Zusatzmodule seiner KI "Claude" für den Einsatz bei Geschäftskunden. Dies schürt Spekulationen, dass Spezialprogramme von Anbietern wie SAP oder Salesforce überflüssig werden könnten. Das überarbeitete KI-Modell "Claude Mythos" sorgt mit verbesserten Fähigkeiten zum Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Betriebssystemen und anderen Programmen ebenfalls für internationales Aufsehen. Experten befürchten eine neue Welle von Cyberangriffen.

Daneben stuft das US-Verteidigungsministerium Anthropic als Sicherheitsrisiko ein. Das Unternehmen weigert sich, den Einsatz seiner KI Claude für autonome Waffen und zur Massenüberwachung in den USA zuzulassen. Das Pentagon pocht jedoch darauf, die Technologie bei Bedarf nutzen zu können, solange dies im Einklang mit US-Recht stehe.

Weitere Börsengänge

Die Aussicht auf mehrere Mega-Debüts könnte nach Ansicht von Experten andere Firmen von ihren Börsenplänen abbringen. Wenn Anleger ihr Geld in einige wenige Neulinge investierten, bleibe für weitere Aspiranten kaum noch etwas übrig, so ihre Argumentation. Zudem konzentriere sich das mediale Interesse auf die großen Kandidaten. Ein Beispiel hierfür sei der Börsengang des inzwischen in Meta umbenannten Online-Netzwerks Facebook im Jahr 2012. Einige Analysten betonen jedoch, dass kleine Unternehmen vom IPO-Hype profitieren könnten. Sollten die Debüts von SpaceX & Co glücken, dürften sie auf dieser Erfolgswelle mitschwimmen.

In den ersten Monaten 2026 lag die Zahl der US-Börsendebüts nach Daten des Analysehauses Renaissance mit 35 knapp 40 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Quelle: ntv.de, nbr/rts/dpa

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