Wirtschaft

Krisen sorgen für Turbulenzen Mehr Firmen müssen Prognosen kassieren

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Unternehmensprognosen sind für Aktionäre ein wichtiges Indiz für die Performance.

(Foto: imago stock&people)

Umsatz- und Gewinnziele sind für Aktionäre ein wichtiger Indikator dafür, wie sich ein Unternehmen entwickeln wird. Stimmen diese Prognosen am Ende nicht, sind die Anteilseigner sauer. Eine Studie zeigt jetzt: Die Treffergenauigkeit sinkt.

Trotz der erholten Konjunktur hat ein Großteil der börsennotierten Unternehmen seine Ziele korrigieren müssen. Laut einer Studie von Ernst & Young verfehlten im vergangenen Jahr 92 von 318 befragten Unternehmen ihre Prognosen. Damit stieg die Anzahl falscher Umsatz- und Gewinnzahlen im Vergleich zum Vorjahr 18 Prozent an. Im Vergleich zu 2011 ist das sogar ein Anstieg von 88 Prozent.

Die Entwicklung der Konjunktur und eine rückläufige Nachfrage waren die wichtigsten Gründe für die veränderte Entwicklung. Besonders die vielen politischen und wirtschaftlichen Krisenherde hatten großen Einfluss auf die Geschäfte. Jedes siebte Unternehmen musste die Zahlen korrigieren, weil sich die Krise in Russland massiv auf ihren Handel ausgewirkt hatte, wie es hieß. Auch die Sanktionen für Russland spielen dabei eine Rolle.   

Viele Unternehmen hätten wohl auf eine noch stärkere wirtschaftliche Entwicklung gesetzt. Die Studie hat alle Dax-Unternehmen sowie weitere Firmen aus dem Prime Standard untersucht. Das Ergebnis: 27 Gewinnwarnungen innerhalb von vier Jahren.

Sie kommen den Angaben zufolge auf einen Schnitt von 0,23 Gewinnwarnungen je Unternehmen und Jahr - mehr als in den anderen Börsensegmenten wie TecDax und SDax.

Großkonzern oftmals zu optimistisch

Vor allem Großkonzerne mit mehr als fünf Milliarden Euro Jahresumsatz mussten ihre Gewinnprognosen häufig nach unten korrigieren. "Das zeigt, dass viele Unternehmen bei ihren Planungen zu optimistisch sind", sagte EY-Experte Martin Steinbach. Bei Anlegern sorgen die Fehleinschätzungen für Verärgerung. Der Studie zufolge brachen die Aktienkurse der betreffenden Unternehmen am Tag der Gewinnwarnung im Schnitt um acht Prozent ein.

Eine Woche später lag der Kurs im Durchschnitt um neun Prozent niedriger als vor der Veröffentlichung der Pflichtmitteilung. Besonders häufig kassierten laut der Studie in den vergangenen vier Jahren Unternehmen ihre Gewinnprognosen, die Dienstleistungen für Verbraucher anbieten. Am seltensten verfehlten Medien- und Immobilien- sowie Chemie- und Telekommunikationsunternehmen ihre Ziele.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa