Wirtschaft

VW-Abgasskandal Mehrheit der betroffenen Autos im EU-Bereich

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"Fehlverhalten einiger weniger Personen."

(Foto: imago/Christian Ohde)

Die Aufarbeitung des Abgasskandals bei Volkswagen bringt immer neue Informationen zutage. Nach Angaben des Konzerns sind etwas weniger als zwei Drittel der betroffenen Diesel-Fahrzeuge in den Ländern der Europäischen Union unterwegs.

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Der Großteil der weltweit 11 Millionen vom VW-Abgasskandal betroffenen Diesel-Autos ist in Europa unterwegs. Insgesamt seien innerhalb der Europäischen Union rund 8 Millionen Fahrzeuge betroffen, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg.

Alle Bundestagsabgeordneten mit VW-Standorten in ihren Wahlkreisen seien entsprechend informiert worden. Über den Brief hatte zuvor bereits das "Handelsblatt" berichtet. In dem Schreiben entschuldige sich VW bei den Abgeordneten für das "Fehlverhalten einiger weniger Personen" im Konzern und verspreche, dass der Aufsichtsrat mit Unterstützung deutscher und US-amerikanischer Juristen "die lückenlose Aufklärung der Vorgänge überwachen" werde, schreibt das Blatt.

VW hat zugegeben, eine Abschalteinrichtung bei bestimmten Dieselmotoren installiert zu haben, durch die Abgaswerte am Prüfstand manipuliert werden, ohne die Leistung auf der Straße zu beeinträchtigen. Vorstandschef Martin Winterkorn hat sein Amt deshalb aufgegeben, die Entwicklungsvorstände der Marken Audi, Porsche und VW Pkw, Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Heinz-Jakob Neußer, sind suspendiert.

Müller spricht zu den Mitarbeitern

Die Mitarbeiter des krisengeschüttelten Volkswagenkonzerns sollen am Dienstag in Wolfsburg zu einer Betriebsversammlung zusammenkommen. Am Vormittag soll neben dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh Medienberichten zufolge auch der neue VW-Chef Matthias Müller zu den Mitarbeitern sprechen und sie über die Maßnahmen zur Bewältigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte informieren.

Der VW-Skandal beschäftigt auch das Europaparlament. Nach Angaben eines Sprechers werden die Abgeordneten am Dienstagnachmittag in Straßburg über Emissionsmessungen im Autosektor und mögliche Nachbesserungen der Tests diskutieren. Vorsitzende mehrerer Fraktionen haben dazu Fragen an die EU-Kommission vorbereitet.

Das Thema wurde nach Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen von Volkswagen kurzfristig auf die Tagesordnung der Plenarsitzung gesetzt. Die EU plant derzeit eine neue Gesetzgebung für realistischere Tests. Dabei soll der Testwagen auf der Straße gefahren und abwechselnd beschleunigt und abgebremst werden. Dieses Verfahren gilt als weniger manipulierbar als Labortests.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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