Wirtschaft

Verbindung mit Münchner Startup Mercedes rüstet offenbar in der Drohnenabwehr auf

10.06.2026, 10:20 Uhr
00:00 / 03:04
A-Kuka-robot-assembles-axial-flux-motors-for-electric-vehicles-on-an-assembly-line-at-the-Mercedes-Benz-engine-factory-in-Berlin-Germany-June-9-2026
Einblick in die Mercedes-Benz-Motorenfabrik in Berlin. (Foto: REUTERS)

Der Ukraine-Krieg revolutioniert die Drohnentechnologie. Deutsche Autobauer sehen in der Rüstungsindustrie ein mögliches Wachstumsfeld. Neben Volkswagen will einem Bericht zufolge nun auch Mercedes einsteigen.

Der Autobauer Mercedes-Benz steigt einem Medienbericht zufolge in die Drohnenabwehr ein und verbündet sich dazu mit dem Münchner Startup Tytan Technologies. Beide Unternehmen wollen eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mercedes liefere dabei die Fahrzeuge für ein mobiles System zur Abwehr von Drohnen. Als Chassis für das "Drone Defender" genannte Waffensystem sollten der Kleintransporter Sprinter sowie eine Militärversion des Geländewagens G-Klasse dienen. Diese würden mit Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen von Tytan ausgestattet.

Das System soll dem Zeitungsbericht zufolge günstiger und schneller verfügbar sein als komplexe Plattformen für den Fronteinsatz. Tytan wolle die Produktion des "Defender" bis Ende des Jahres aufnehmen. Das Münchner Drohnen-Startup ist auf die Entwicklung und Herstellung autonom fliegender Abfangdrohnen spezialisiert, die mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert werden. Das Unternehmen arbeitet dabei auch mit der Ukraine zusammen.

Hintergrund ist die Sorge vor Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur. Der Verfassungsschutz forderte zuletzt deutsche Firmen auf, sich besser gegen den sich häufenden Einsatz von Drohnen zu schützen. Seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 haben Behörden eine Zunahme verdächtiger Drohnenaktivitäten an deutschen Flughäfen und Militärstützpunkten festgestellt, für die sie Moskau verantwortlich machen.

Angesichts steigender Militärausgaben in Europa rückt die Rüstungsindustrie zunehmend als mögliches Wachstumsfeld in den Fokus deutscher Autobauer. Reuters hatte Ende April berichtet, dass Europas größter Autobauer Volkswagen Insidern zufolge derzeit mit dem israelischen Rüstungskonzern und Iron-Dome-Hersteller Rafael Advanced Systems über die Umrüstung seines Werks in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen verhandelt.

VW-Chef Oliver Blume erklärte, eine Möglichkeit, mit den aktuellen Überkapazitäten umzugehen, sei eine Zusammenarbeit mit Rüstungsfirmen. Die Autoindustrie leidet unter sinkenden Gewinnen und der Konkurrenz aus China. Mercedes-Chef Ola Källenius hatte im vergangenen Monat dem "Wall Street Journal" gesagt, sein Unternehmen könne das Rüstungsgeschäft ausbauen. Es werde aber eine Nischenaktivität bleiben.

Quelle: ntv.de, gut/rts

VolkswagenRüstungsindustrieDrohnenMercedes-Benz Group AG