Wirtschaft

Milliarden versenkt Microsoft dampft Smartphone-Geschäft ein

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Kein Erfolgsmodell: Das Lumia 820 s.

(Foto: REUTERS)

Das nennt man wohl Fehlinvestition: Microsoft zieht bei seiner Handy-Sparte die Reißleine. Der Konzern schreibt mehr Geld ab als er bei dem Deal auf den Tisch gelegt hatte.

Microsoft reagiert auf die Erfolglosigkeit seiner Smartphones mit einem weiteren massiven Stellenabbau. Bis zu 1850 Jobs sollen wegfallen. Allein in Finnland seien 1350 Mitarbeiter betroffen, teilte das Unternehmen mit. Microsoft hatte 2014 die Handy-Sparte der finnischen Nokia für 7,2 Milliarden Dollar übernommen, der Kauf entpuppte sich jedoch schon bald als Fiasko.

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Im vergangenen Juli hatte Microsoft bereits den Abbau von 7800 Arbeitsplätzen und eine Abschreibung von rund 7,6 Milliarden Dollar bekanntgegeben - sie liegen damit deutlich höher als der Kaufpreis. Die Kosten für den erneuten Umbau bezifferte das Unternehmen auf 950 Millionen Dollar.

Der Konzern hält an seinem Windows-Betriebssystem für Lumia-Smartphones fest, ließ aber offen, ob künftig noch neue Geräte entwickelt werden. Einem Bericht der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat" zufolge ist die Entscheidung aber bereits gefallen: Demnach beendet Microsoft Entwicklung und Produktion von Mobiltelefonen. Gewerkschaftsvertreter Kalle Kiili sagte dazu, Microsoft werde "zumindest im Moment" keine weiteren Smartphones herstellen.

Weit abgeschlagen

Im Wettbewerb mit den iPhones von Apple oder den Galaxy-Modellen von Samsung waren die Lumia-Geräte von Nokia schon vor der Übernahme durch Microsoft heillos unterlegen. Der Anteil des Microsoft-Systems Windows Phone am Smartphone-Markt lag im vergangenen Jahr weltweit nur noch bei 0,7 Prozent.

Konzernchef Satya Nadell setzt inzwischen statt eines eigenen Smartphone-Geschäfts darauf, möglichst viele Microsoft-Dienste auf konkurrierenden Plattformen wie Googles Android und die iPhones von Apple zu bringen

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa/AFP

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