Wirtschaft

Geld für mehr 1 Million Liter Milchbauern können Beihilfen beantragen

Melker legen für 60 Tiere in der Agrarproduktionsgesellschaft Agp Lübesse das Melkgeschirr an. Foto: Jens Büttner/Illustration

Derzeit wird in Europa zu viel Milch produziert.

(Foto: dpa)

Am Dienstag geht es los: Die deutschen Milchbauern erhalten Beihilfen aus dem zweiten Hilfspaket der EU. Bundesagrarminister Schmidt mahnt allerdings Strukturanpassungen an. "Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise."

Deutschlands Milchbauern können ab Dienstag finanzielle Unterstützung aus dem zweiten EU-Hilfspaket beantragen. Für jeden Liter Milch, den sie im Vergleich zu einem bestimmten Zeitraum weniger produzieren, bekommen sie 14 Cent Beihilfe, wie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin mitteilte. Insgesamt stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung - das Geld reicht laut Ministerium für 1,07 Millionen Liter Milch.

Es gibt vier Antragsrunden, wie Schmidt erläuterte. Die erste Antragsrunde läuft bis zum 21. September; die Anträge gelten für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2016. Der Vergleichszeitraum für die Milchmenge ist das letzte Quartal 2015.

Nach Auslaufen der Milchquote in der EU vor rund eineinhalb Jahren wird zurzeit zu viel Milch in Europa produziert. Das drückt die Preise. Viele Milchbauern kämpfen um ihre Existenz.

"Staatliche Hilfen müssen Impulse für eine Lösung der Krise beitragen", erklärte Schmidt. "Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise." Es sei aber Aufgabe der Milchwirtschaft, zukunftsfähige Marktstrukturen mit einer besseren Abstimmung zwischen den Absatzmöglichkeiten für die Milcherzeugnisse und dem auf die Molkereien zukommenden Milchangebot zu schaffen. Die Bundesregierung unterstütze die Wirtschaft bei den notwendigen Reformen.

Der CSU-Politiker warnte allerdings: "Ohne Strukturanpassungen läuft die Branche sehenden Auges in die nächste Krise." Für Donnerstag habe er die Marktbeteiligten eingeladen, um sich über Fortschritte bei diesen Strukturverbesserungen berichten zu lassen.

Quelle: ntv.de, wne/AFP

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