Wirtschaft

Webshop-Anbieter Jimdo "Millionen Händler sind keine Peanuts"

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Seit gut einem Jahr müssen Schüler digital lernen.

(Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER)

Im Lockdown brauchten Zehntausende Bäcker, Handwerker und Second-Hand-Läden plötzlich einen Webshop oder einen Auftritt im Netz. Vielen half der Website-Baukasten von Jimdo. Das Unternehmen hat einen eigenen Geschäftsklima-Index für Kleinstfirmen aufgelegt. Der verheißt derzeit nichts Gutes.

In der Pandemie bot das Unternehmen eine Anlaufstelle für die kleinsten Unternehmen: Jimdo ist ein Anbieter für Websites und Online-Shops nach dem Baukastenprinzip. 25 Millionen Seiten wurden mit der Software der Hamburger Firma seit der Gründung 2007 erstellt. In der Krise ging es erst richtig los. "Wir hatten einen sehr starken Ansturm von Neukundinnen und Neukunden", sagt Mitgründer Matthias Henze im Podcast "Die Stunde Null". "Das hat da tatsächlich Hilfe gebracht." Die Zahl der Kunden habe seit Beginn der Pandemie um eine fünfstelligen Zahl zugelegt.

Ein Grund: Während des Lockdowns zielte Jimdo mit einem besonderen Angebot auf Kunden, ein Euro pro Monat für die Nutzung des Internetseiten-Baukastens. Vor allem kleine Händler und Unternehmer, die weder selbst tiefere Kenntnisse in Programmiersprachen noch eigene IT-Abteilungen haben, sind auf eine solche Variante angewiesen. Aus Henzes Sicht hat der Ansturm bei vielen einen Sinneswandel ausgelöst, der Bestand haben dürfte. Kunden hätten sich daran gewöhnt, online zu bestellen, und auch für die kleinen Unternehmen werde das Modell normaler. "Wenn man es nicht macht, verpasst man auch eine Chance", sagt Henze.

Der Jimdo-Mitgründer ruft dazu auf, die Kleinstunternehmen und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. "Millionen von Händlern sind keine Peanuts", sagte er. "Sie sind immer mit Leib und Seele dabei, und denen ist die Kundenbeziehung extrem wichtig, sie gehen auch die Extrameile. Wenn wir diesen Sektor nicht wirklich anfangen, richtig zu sehen und zu unterstützen, so wie wir es bei den Großen schon tun, dann habe ich echt Angst, dass uns da etwas Starkes verloren geht."

Das Unternehmen hat auch einen eigenen Geschäftsklimaindex für Kleinstunternehmen aufgelegt, der in Anlehnung an den bekannten ifo-Index die wirtschaftliche Lage der Firmen und ihre Erwartungen beschreibt. "Im März ist der Ifo-Index stark gestiegen, und unser Index für Kleinstunternehmen ist gefallen", sagt Henze. Grund dafür ist aus seiner Sicht der andauernde Lockdown, der kleine Betriebe stärker treffe als große.

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Warum ein Schweizer Hutmacher seine Produktion während des Lockdowns auf Strohuntersetzer umgestellt hat
  • Wie eine frühere Krise Jimdo auf die Pandemie vorbereitet hat

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Quelle: ntv.de, mbo

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