Wirtschaft

Beschäftigungsboom mit Kehrseite Millionen Vollzeitstellen verschwinden

f440a9b9b7f5c117054e1bc863d5cfcd.jpg

Einen Vollzeitjob hatten 1991 rund 28,9 Millionen Deutsche. 2016 sind es noch 24,2 Millionen.

(Foto: dpa)

Seit Jahren sinken die Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Doch der Trend hat eine Kehrseite: In den vergangenen 25 Jahren sind Millionen von Vollzeitstellen verschwunden. Teilzeit und Minijobs boomen.

Trotz des anhaltenden Beschäftigungsbooms liegt die Zahl der Vollzeitarbeitnehmer einem Bericht zufolge immer noch deutlich unter dem Stand kurz nach der Wiedereinigung. Dafür habe die Teilzeitarbeit kräftig zugelegt, berichtete die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Gab es 1991 noch 28,9 Millionen Vollzeitarbeitnehmer, so wurden den Angaben zufolge im zweiten Quartal dieses Jahres knapp 24,2 Millionen gezählt - also 4,7 Millionen weniger. Gleichzeitig sei die Zahl der Teilzeitarbeiter in diesem Zeitraum drastisch von 6,3 Millionen auf  gut 15 Millionen gestiegen. Neben den versicherungspflichtig Tätigen fallen darunter die geringfügig Beschäftigten sowie alle Ein-Euro-Jobber.

Parallel dazu sei das Arbeitsvolumen - also die Gesamtsumme der von den Voll- und Teilzeitbeschäftigten geleisteten Arbeitsstunden - zwischen 1991 und 2015 von 51,8 Milliarden auf 49,7 Milliarden Stunden zurückgegangen.

"Teilzeitstellen reichen meist nicht zum Leben", kritisierte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, die die Daten beim IAB angefordert hatte. "Wer heute nur in Teilzeit arbeitet, muss morgen Altersarmut fürchten", sagte sie der Zeitung.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

Mehr zum Thema