Wirtschaft

32-Jähriger führt Fielmann "Mit einem blauen Auge" durch die Pandemie

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Die Corona-Krise war für Marc Fielmann auch eine Form der Reifeprüfung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor zwei Jahren übernahm Marc Fielmann die alleinige Leitung des gleichnamigen Brillen-Konzerns und musste das Familienunternehmen gleich durch die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit steuern. Gleichzeitig baut er die Optiker-Kette um und investiert Millionen in die Digitalisierung.

Brillen online vertreiben? Warum nicht - heutzutage kann man beinahe alles online bestellen, vom T-Shirt hin zum Abendessen. Dennoch ist die Sache bei einer Brille komplizierter, "weil es gewisse Messungen gibt, den Sehtest, die Anprobe, die Einarbeitung der Brillengläser, was sie online eben noch nicht leisten können", sagte Marc Fielmann im Podcast "Die Stunde Null". Zumindest nicht in der Qualität.

Der Sohn des Unternehmensgründers Günther Fielmann steht seit zwei Jahren allein an der Spitze des Familienunternehmens mit gerade mal 32 Jahren. Seitdem expandiert er im Ausland, treibt die Digitalisierung voran - und musste Fielmann durch die Corona-Pandemie steuern, wobei der Augenoptiker, so der Chef, "mit einem blauen Auge" davongekommen ist. In diesem Jahr wächst das Unternehmen kräftig, nach den letzten Prognosen soll der Umsatz von 1,4 auf 1,7 Milliarden Euro steigen.

Für Marc Fielmann war die Pandemie auch eine Form der Reifeprüfung, die Krise sieht er als "Bewährungsprobe". Er habe viel Lob und Anerkennung von langjährigen Mitarbeitern für das Krisenmanagement bekommen. Die vierte Welle spürt der Augenoptiker. "Die Frequenzen gehen zurück", so Fielmann. Aber es sei nicht akut oder "dramatisch".

Online ist mehr als E-Commerce

Fielmann setzt seit einigen Jahren verstärkt auf Online, was viel mehr heißt als E-Commerce. Der Optiker investierte 15 Millionen Euro allein in Messtechnologien und hat 25 Patente angemeldet. "Das langfristige Ziel ist es, dass wir den gesamten Online-Brillenkauf in der Qualität abbilden können", sagte der Vorstandschef. Dafür brauche es noch Forschung und Entwicklung. Ein Online-Sehtest sei zum Beispiel schon möglich, allerdings brauche es moderne Smartphones und der Prozess funktioniere nur bis zu einer gewissen Sehstärke.

Ein anderes Thema, an dem derzeit viel geforscht wird: Smart Glasses. Nach Fielmanns Einschätzung haben sie das Potenzial, den Markt "erheblich zu verändern". Zurzeit investieren Start-ups aller Welt Millionen in das Segment.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie Marc Fielmann das Verhältnis zu seinem Vater beschreibt
  • Wie es dazu kam, dass er selbst mal eine Brille vor einem Kunden kaputtgemacht hat
  • Warum Fielmann mit dem IT-Unternehmen Teamviewer kooperiert

Alle Folgen finden Sie direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de

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