Wirtschaft

Bei Unfall gestorben Mittelstandspräsident Ohoven tot

DSC03844_Fotor.jpg

In diesem Auto starb Berichten zufolge Mittelstandspräsident Mario Ohoven.

(Foto: Feuerwehr Ratingen)

Seit 1998 führt Ohoven den Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft. Nun kommt er bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ohoven wurde 74 Jahre alt.

Der Mittelstandspräsident Mario Ohoven ist tot. Er kam bei einem Verkehrsunfall am Samstag ums Leben, wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) mitteilte. Ohoven wurde 74 Jahre alt und hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Er starb nach RTL-Informationen bei einem Unfall auf der A44 nahe Düsseldorf. Demnach verlor er die Kontrolle über seinen Wagen, der dann mit der Mittelleitplanke kollidierte.

In den Berichten von Polizei und Feuerwehr heißt es weiter, dass der Bentley anschließend in das Fundament einer Schilderbrücke krachte. Dann brach der Wagen nach rechts aus und kam auf der Böschung zum Stehen. Im Feuerwehr-Bericht heißt es weiter, dass der Fahrer im Wagen eingeklemmt gewesen sei und die Einsatzkräfte ihn erst nach einiger Zeit befreien konnten. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Weder Polizei noch Feuerwehr nennen den Namen des Verunglückten.

imago0101095038h.jpg

Ohoven kam am Samstag bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

(Foto: imago images/POP-EYE)

"Wir verneigen uns in respektvoller Dankbarkeit vor seinem unvergleichlichen Lebenswerk", erklärte der Verband. Ohoven habe den BVMW zu dem führenden Mittelstandsverband mit 340 Geschäftsstellen und 60 eigenen Auslandsbüros geformt. Er steht dem Verband seit 1998 vor. Der gelernte Bankkaufmann galt als Gesicht und Stimme des Verbands. Im Jahr 2005 hatte der Lobbyist sein Unternehmen an eine Investor- und Treuhand-Beteiligungsgesellschaft verkauft.

"Die Nachricht vom plötzlichen Unfalltod des Mittelstands-Präsidenten Mario Ohoven erschüttert mich sehr", twitterte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er habe den Verbandschef, der "Großes für die Mittelständische Wirtschaft geleistet" habe, "sehr geschätzt". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bekundete ebenfalls sein Beileid via Twitter. Ohoven sei "ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Mittelstand und die deutsche Wirtschaft" gewesen.

Der in Neuss geborene Ohoven entstammte einer traditionsreichen Unternehmerfamilie und war seit rund 30 Jahren im Bereich Vermögensanlagen tätig. Dem gelernten Banker wurden viele Ehrungen zuteil: 1999 erhielt er den Europa-Preis des Europäischen Wirtschaftsinstituts (EWI). Im Oktober 2001 wurde er mit dem "Oscar des deutschen Mittelstandes" ausgezeichnet, zudem wurde er mit dem deutschen Mittelstandspreis "Kustos des mittelständischen Unternehmertums" geehrt.

Für sein Lebenswerk wurde Ohoven 2019 mit dem Mittelstandspreis der Medien geehrt. Seit 2003 war er Vorsitzender des Kuratoriums der Forschungsstelle mittelständische Wirtschaft der Uni Marburg.

Ohoven war seit 1998 Präsident des BVMW mit Sitz in Berlin und seit 2002 zudem Präsident des europäischen Dachverbands nationaler Mittelstandsvereinigungen CEA-PME in Brüssel.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/AFP