Wirtschaft

Bis zu 90 Prozent Nachlass Modehandel muss viel Ware verramschen

imago0112516016h.jpg

Die Branche erwartet, die Lockdown-Folgen noch das ganze Jahr mitzuschleppen.

(Foto: imago images/Wilhelm Mierendorf)

Die Pandemie bedroht viele Einzelhändler. Der Modehandel rechnet mit bis zu 500 Millionen unverkaufter Artikel. Was für die Branche ein Drama ist, könnte Kunden freuen: Zur Wiedereröffnung der Geschäfte dürften wahre Rabattschlachten beginnen.

Im deutschen Modehandel können sich Verbraucher nach dem Ende der Corona-bedingten Schließung der Geschäfte auf starke Preisnachlässe einstellen. "Bei vielen Waren wird es 80 bis 90 Prozent Rabatt geben, damit die aufgestaute Ware noch verkauft werden kann", sagte der Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), Rolf Pangels, der "Rheinischen Post".

Auch der Verkauf der Frühjahrsware werde wahrscheinlich mit hohen Nachlässen verbunden sein. "Das belastet uns das ganze Jahr", sagte Pangels mit Blick auf die Beschränkungen und Ladenschließungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Mehr zum Thema

Falls der Lockdown weiter verlängert werde, seien noch mehr Geschäfte am Ende. "Sollte verlängert werden, packen wir unverkaufte Ware in große Lastwagen und kippen den Inhalt vor dem Kanzleramt aus", kündigte Pangels an. "Protest können nicht nur die Milchbauern."

Branchenkenner hatten bereits darauf verwiesen, dass nach der Wiedereröffnung der Läden mit regelrechten "Rabattschlachten" zu rechnen sei. Schon Ende Januar dürfte sich nach früheren Schätzungen des BTE eine halbe Milliarde unverkaufter Modeartikel in den Läden aufgetürmt haben. Dabei handele es sich zum großen Teil um Winterware, die angesichts des bevorstehenden Frühlings Tag für Tag an Wert verliere.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa