Wirtschaft

Russische Airlines in der Klemme Moskau: Westen will 500 geleaste Flugzeuge zurück

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Viele russische Airlines setzen fast ausschließlich auf Flugzeuge von Airbus und Boeing.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Durch die Sanktionen des Westens verlieren russische Airlines 78 im Ausland geparkte Flugzeuge durch Beschlagnahmung. Nach Angaben Moskaus fordern nun auch etliche Mietfirmen ihre Maschinen aus Russland zurück. Eine Rückgabe würde die Anzahl der Jets im Land fast halbieren.

Wegen der Sanktionen gegen Russland droht den russischen Fluglinien der Verlust Hunderter Flugzeuge. Leasinggeber hätten bisher die Rückgabe von mehr als 500 Maschinen gefordert, sagte Verkehrsminister Witali Saweljew der Agentur Interfax zufolge im Föderationsrat. Es würde 20 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 18,2 Milliarden Euro, kosten, die Flugzeuge zu kaufen. "Das ist ein sehr hoher Betrag", sagte Saweljew. In Russland gibt es nach Angaben des Ministeriums derzeit rund 1300 Flugzeuge.

Die EU hatte wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine angeordnet, dass Leasingverträge mit russischen Fluggesellschaften bis Ende März aufgekündigt werden. Zudem darf Russland keine Passagiermaschinen und Ersatzteile mehr erhalten. Die Maschinen dürfen zudem nicht mehr gewartet und versichert werden. Viele russische Airlines, darunter die staatliche Aeroflot, setzen fast ausschließlich auf Flugzeuge von Airbus und Boeing.

Erst gestern teilte Saweljew mit, Russland habe wegen der Sanktionen bereits 78 Flugzeuge eingebüßt. Die Maschinen seien im Ausland beschlagnahmt worden und könnten nun nicht mehr zurückfliegen. Wegen des Risikos der Beschlagnahme waren viele geleaste Flugzeuge zuvor nach Russland gebracht worden.

Als Reaktion auf die Sanktionen hatte Präsident Wladimir Putin verfügt, dass heimische Fluggesellschaften ihre geleasten ausländischen Maschinen künftig in Russland registrieren dürfen. Damit können das Staatsunternehmen Aeroflot und andere Firmen weiter auf Inlandsstrecken ihre Flotten einsetzen. Bei der Wartung der Maschinen will sich Russland an den Erfahrungen des Iran in einer ähnlichen Situation orientieren. Der Grund: Die Sanktionen gegen Russland orientieren sich an den Strafmaßnahmen gegen den Iran wegen dessen Atom- und Raketenprogramm.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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