Wirtschaft

"Wir wollen hier nachziehen" München zielt auf die Billigflieger

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Ein Großflughafen, der bald an seine Kapazitätsgrenzen stößt: Am Drehkreuz München wird der Bau einer dritten Start- und Landebahn diskutiert.

(Foto: Flughafen München GmbH)

Deutschlands zweitgrößter Flughafen will weiter wachsen: Großes Potenzial sieht Airport-Chef Kerkloh vor allem in einem heißumkämpften Nischensegment. Bekommt "Franz Josef Strauß" bald eine dritte Startbahn?

Der Münchner Flughafen kann mit neuen Rekordzahlen glänzen. Die Zahl der Passagiere stieg im vergangenen Jahr von 41 auf 42,3 Millionen, wie der Betreiber des Airports "Franz Josef Strauß" (IATA-Code: MUC) mitteilte. Damit rückte das Drehkreuz in München näher an den großen Wettbewerber heran: Der Flughafen Frankfurt am Main kam zuletzt als größter deutscher Verkehrsflughafen auf rund 61 Millionen Passagiere.

Der Trend in München hält an: Die Luftfracht legte demnach 2016 insgesamt um 5 Prozent zu, Umsatz und Gewinn stiegen für Münchner Verhältnisse auf Bestwerte. Der Konzernumsatz stieg um rund neun Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich kann der Airport auf Basis vorläufiger Berechnungen ein Jahresergebnis von rund 150 Millionen Euro verbuchen.

Gedrängel im Anflug auf München

Für das laufende Jahr sagte Flughafenchef Michael Kerkloh einen weiteren Zuwachs voraus. Aber schon nächstes Jahr werde der Engpass bei den noch verfügbaren Start- und Landezeiten das Wachstum bremsen, schränkte Kerkloh ein. Mehr Nachfrage erwartet er dagegen bei den Billigflügen.

Bundesweit reisten zuletzt 24 Prozent aller Fluggäste mit Billigfliegern, erklärte Kerkloh. In München liege dieser Anteil erst bei 7 Prozent. "Wir wollen hier nachziehen", betonte der Chef der Flughafen München GmbH (FMG).

Kerklohs Wachstumskurs ist allerdings abhängig von politischen Entscheidungen: Im Frühjahr wollen Staatsregierung, Bund und Landeshauptstadt als Eigentümer des Großflughafens entscheiden, ob sie sich für eine dritte Startbahn im Erdinger Moos einsetzen wollen. In diesem Fall würde es in München einen neuen Bürgerentscheid geben.

Kilometerlange Betonpisten

Bisher verfügt der Airport über zwei parallelle Start- und Landebahnen, die jeweils vier Kilometer lang und 60 Meter breit sind. Eine dritte Piste soll nach dem Willen der Befürworter im Nordosten des bisherigen Flughafengeländes entstehen. Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Anwohner rund um den Airport-Standort südlich von Freising fürchten, dass durch den Bau einer "3. Startbahn", wie das Projekt kurz genannt wird, künftig mit noch mehr Fluglärm und zusätzlichen Umweltbelastungen gerechnet werden müsste.

Am Flughafen München steht in den kommenden Wochen ein größeres Jubiläum an: Deutschlands zweitgrößter Flughafen feiert am 17. Mai sein 25-jähriges Bestehen. Seit der Eröffnung im Jahr 1992 haben sich die Passagierzahlen nach Angaben des Betreibers "mehr als verdreifacht".

Quelle: ntv.de, mmo/dpa