Wirtschaft

Mensch verschmilzt mit Computer Musk will mit Gehirnoperationen beginnen

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Angeblich so einfach wie Augenlasern: Mit diesem Roboter will Neuralink die Elektroden implantieren.

(Foto: youtube/neuralink)

Seit zwei Jahren forscht ein Startup von Elon Musk an der Verbindung von Gehirnen mit Computern. Nun ist es so weit: Zunächst soll das System Querschnittsgelähmten helfen, langfristig aber die gesamte Menschheit vor der Auslöschung retten.

Wenn Elon Musk eine Firma gründet - und das tut er relativ häufig - geht es immer um alles, die Rettung der Welt, mindestens. So ist es das erklärte Ziel des Autoherstellers Tesla, den Übergang zu nachhaltiger Energie voranzutreiben, um die "Zukunft der Menschheit" zu sichern. Mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX will Musk unsere Spezies retten, indem er sie auf dem Mars ansiedelt. Und auch das vor zwei Jahren gegründete Startup Neuralink hat keine geringere Aufgabe, als die Menschheit vor einer "existenziellen Bedrohung" zur retten: vor der Auslöschung durch von Menschen selbst geschaffene Künstliche Intelligenz.

Um zu verhindern, dass überlegene Roboter die Menschheit unterwerfen oder zerstören, forscht Neuralink an der Verbindung menschlicher Gehirne mit Computern. Die Entwicklung eines solchen Gehirn-Maschinen-Interface ist Musk zufolge inzwischen so weit vorangeschritten, dass er nun erste klinische Tests an menschlichen Patienten angekündigt hat. Die Studie könnte, wenn die zuständige US-Behörde die Genehmigung dafür erteilt, Anfang nächsten Jahres beginnen.

Bei dem von Neuralink entwickelten System werden bis zu 1000 hauchdünne Elektroden in das Gehirn implantiert, die die Aktivität der Neuronen erfassen und an einen Computer übermitteln. Das sei bisher an Versuchstieren getestet worden, erklärte Musk auf einer Pressekonferenz. Dabei wurden vor allem Ratten genutzt, aber, wie der Unternehmer eingestand, mindestens auch ein Affe. Dieser sei in der Lage gewesen, "einen Computer zu steuern".

Neue Sprache ins Gehirn runterladen

In einer ersten Phase der Anwendung am Menschen soll das Neuralink-System Patienten, die ab der Halswirbelsäule gelähmt sind, in die Lage versetzen, Smartphones oder Computer zu steuern. Es solle in Zukunft möglich sein, zu schreiben, einfach indem der Nutzer sich Sätze vorstelle. Technologische Durchbrüche stellen nach Darstellung von Neuralink einerseits die Elektroden dar. Sie sind flexibel und ihr Durchmesser beträgt nur ein Viertel der Dicke eines Haares. Sie sollen daher die Gehirnstruktur nicht schädigen. Zum anderen hat die Firma einen eigenen Roboter entwickelt, der diese Elektroden durch mit Lasern gebohrte Löcher im Schädel implantieren kann.

Die Prozedur sei so einfach wie das Lasern zur Augenkorrektur, sagte Neuralink-Chef Max Hodak. "Wir bohren die Löcher schmerzlos mit einem Laser in den Schädel, platzieren die Fäden, verschließen das Loch mit einem Sensor und dann gehen Sie nach Hause."

Die langfristige Vision von Neuralink geht über die Hilfe für Schwerbehinderte hinaus. Es sei vorstellbar, beispielweise eine neue Sprache ins Gehirn "runterzuladen" oder digital Gedanken mit anderen auszutauschen, so Hodak. Computer und Gehirn würden, "auch wenn das sonderbar klingt", verschmelzen, erklärte Musk. Sorgen machen müssten diese Entwicklung den Menschen nicht, betonte er. Solche Systeme würden freiwillig bleiben. "Es ist etwas, was man aussucht, wenn man es haben will."

Zudem, so Musk, würde es bis zur vollständigen Verwirklichung seiner Vision noch lange Zeit dauern. Im ersten Schritt gehe es darum, Kranken zu helfen - erst langfristig darum, "die Zukunft der Menschheit zu sichern".

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Quelle: n-tv.de, mbo

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