Wirtschaft

Ärger in GrünheideNach Tesla-Anzeige: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gewerkschafter

15.02.2026, 02:58 Uhr
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In Teslas Gigafactory in Grünheide gab es letzte Woche einen Polizeieinsatz. (Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Betriebsratssitzung des E-Autobauers Tesla kommt es vergangene Woche zum Eklat. Ein Gewerkschaftsvertreter soll trotz Verbots mitgeschnitten haben, die Werksleitung ruft die Polizei. Jetzt wird gegen den Mann ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige des US-Elektroautobauers Tesla wegen des Vorwurfs eines unerlaubten Mitschnitts einer Betriebsratssitzung. Wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz sei ein Ermittlungsverfahren gegen einen Vertreter der IG Metall eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit. Die Gewerkschaft hatte den Vorwurf gegen den Mann zurückgewiesen.

"Ihm wird vorgeworfen, in einer Betriebsratssitzung am 10.02.2026 im Tesla-Werk in Grünheide mittels eines Laptops heimlich eine Tonaufnahme angefertigt zu haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Für die Auswertung sei eine Datensicherung des Laptops veranlasst worden.

IG Metall spricht von Lüge

Tesla hatte nach Angaben von Werksleiter André Thierig am vergangenen Dienstag Strafanzeige gestellt. Die Polizei wurde alarmiert. Der Werksleiter sagte, es gebe "mehrere Dutzend Zeugen, vor denen der IG Metall-Vertreter geäußert hat, dass er angeblich vergessen habe, sein Mikrofon abzustellen".

Die IG Metall hatte von einer Schmutzkampagne gesprochen und die Behauptung des Autobauers eine Lüge genannt. Ein eingeladener Gewerkschaftssekretär sei von einem Betriebsrat der Arbeitgeberfraktion beschuldigt worden, die Sitzung mit dem Laptop aufzuzeichnen. Der Gewerkschafter hatte laut IG Metall keine Möglichkeit, das zu entkräften.

Im einzigen europäischen Tesla-Werk von Firmenchef Elon Musk in Brandenburg wird Anfang März ein neuer Betriebsrat gewählt. Zwischen Tesla und der IG Metall besteht schon länger ein Konflikt. Die IG Metall fordert die Bindung an einen Tarifvertrag, der Autobauer lehnt dies ab. Die Betriebsratswahl entscheidet nach Ansicht des Werkschefs über künftigen Erfolg: "Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in den USA den Ausbau der Fabrik weiter vorantreiben, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt." Bei der Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging aber an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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