Wirtschaft

IG Metall sieht SchmutzkampagneTesla zeigt Gewerkschaftsvertreter an

10.02.2026, 21:53 Uhr
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Bei Tesla in Grünheide spitzt sich der Betriebsratsstreit zu. (Foto: IMAGO/Jochen Eckel)

Anfang März wird bei Tesla in Grünheide ein neuer Betriebsrat gewählt. Auf eine Mehrheit hoffen dabei die Vertreter der IG Metall. Eine Sitzung des aktuellen Rats eskaliert allerdings. Der Autobauer ruft die Polizei.

Der Streit zwischen dem US-Elektroautobauer Tesla und der Gewerkschaft IG Metall spitzt sich wenige Wochen vor den Betriebsratswahlen zu. Das Unternehmen in Grünheide wirft einem externen Gewerkschaftsvertreter vor, heimlich eine Betriebsratssitzung aufgezeichnet zu haben, und stellte Strafanzeige, wie aus einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter hervorgeht.

Die Gewerkschaft spricht von einer "Schmutzkampagne". "Diese Behauptung ist eine ebenso dreiste wie kalkulierte Lüge", erklärte die Gruppe "IG Metall - Tesla Workers GFBB" im Tesla-Betriebsrat. Tesla-Werksleiter André Thierig schrieb, der Gewerkschaftsvertreter sei von einem "aufmerksamen Betriebsratsmitglied" bei der Aufnahme erwischt worden. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt und Zeugenaussagen aufgenommen.

Die IG Metall erklärte dazu, ein Betriebsrat der Arbeitgeberfraktion habe plötzlich behauptet, dass der Gewerkschaftssekretär die Sitzung aufzeichne. "Der Rest erschien uns wie ein abgekartetes Spiel: Die Betriebsratsvorsitzende gab dem Kollegen keine Möglichkeit, die Vorwürfe zu entkräften." Stattdessen sei die Sitzung unterbrochen. Anschließend seien Werkschutz sowie Polizei gerufen worden. Die IG Metall ist zwar im Tesla-Betriebsrat vertreten, stellt dort aber nicht die Mehrheit.

IG Metall: "Fingierte Vorwürfe"

Jan Otto, Leiter des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, sagte, die Gewerkschaft sei harte Wahlkämpfe gewohnt. "Aber hier ist jedes Maß und offenbar auch jedes demokratische Bewusstsein verloren gegangen", sagte er. Das Management könne mit fairen Mitteln nicht gewinnen und greife jetzt zu solchen Methoden. "Mit fingierten Vorwürfen Wahlen zu beeinflussen, erinnert uns an das Vorgehen autoritärer Regime."

Dass die Polizei genötigt werde, zu ermitteln, sei absurd, so Otto. "Wir sind bereits dabei, rechtlich gegen die Verantwortlichen für diese Schmutzkampagne vorzugehen." Anfang März wird bei Tesla ein neuer Betriebsrat gewählt, bei dem die IG Metall mit ihrer Liste antritt und auf eine Mehrheit hofft.

Quelle: ntv.de, mpa/rts

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