Reederei in finanzieller SeenotNeue Norderney-Fähre meldet Insolvenz an

Mit Flex-Preisen und Rabattaktionen wollte eine neue Reederei die alteingesessene Konkurrenz auf der Norderney-Route in Bedrängnis bringen. Bereits ein gutes Jahr später gerät "Meine Fähre" selbst in Schieflage. Die Expansionspläne der Investoren sind vorerst gestrichen.
Die Reederei Meine Fähre, die Fährverbindungen zwischen der Insel Norderney und Norddeich anbietet, ist in finanzielle Schieflage geraten. "Wir haben heute Morgen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt", bestätigte eine Sprecherin der Reederei einen Bericht der "Ostfriesen-Zeitung". Der Antrag wurde am Amtsgericht Aurich gestellt.
Zu den Hintergründen wollte sich die Reederei nicht äußern. Derzeit laufe der Fährbetrieb weiter, sagte die Sprecherin. Sie hoffe, dass es eine Lösung gebe, die Fährverbindung beizubehalten. Die rund 20 Mitarbeitenden der Reederei sollen in den kommenden drei Monaten Insolvenzgeld erhalten. Vorerst solle die "Meine Fähre 1" so lange fahren, wie es geht, so die Sprecherin.
Erst im Herbst 2024 hatte die Reederei mit der "Meine Fähre 1", auf der auch Autos transportiert werden können, die neue Fährlinie aufgenommen. Bis dahin hatte allein die in Norddeich (Landkreis Aurich) ansässige Reederei Norden Frisia mit großen Passagier- und Autofähren Reisende von und zu der ostfriesischen Insel gebracht. Eigentlich war geplant, in diesem Jahr mit einer zweiten, kleineren Personenfähre den Fährbetrieb zu erweitern. Aktuell befindet sich diese Fähre jedoch zur Reparatur auf einer Werft.
Hinter der 2022 gegründeten Reederei Meine Fähre mit Sitz auf Norderney stehen mehrere Gesellschafter, darunter Hoteliers und eine Stiftung. Für die erste Fähre, die auf einer Werft im niederländischen Groningen gebaut wurde, investierten die Gesellschafter nach eigenen Angaben eine niedrige Millionensumme.
Im Vergleich zur Konkurrenz wirbt "Meine Fähre" mit günstigeren Preisen, mehr Flexibilität und besserem Service. Für Gäste der eigenen Hotels biete man Rabatte an. Konkrete Zahlen zu beförderten Passagieren, Auslastung und Wirtschaftlichkeit nannte die Reederei nicht.