Wirtschaft

Aktie rutscht ans Dax-Ende Neue VW-Strategie lässt Anleger völlig kalt

Nach dem Diesel-Skandal setzt Volkswagen auf eine Neuausrichtung: Doch VW-Chef Matthias Müller kann mit seinem Plänen die Investoren nicht überzeugen. Manchem Analysten fehlt es vor allem an Details.

Volkswagen-Chef Matthias Müller hat bei Investoren mit der neuen Strategie für den Autokonzern keine Begeisterung ausgelöst. Im Gegenteil. Die VW-Aktie weitete ihre Verluste nach der Ankündigung Müllers aus und verlor 2,5 Prozent auf 117,0 Euro. Damit war sie einer der schwächsten Werte im Dax - nur noch unterboten von den miserablen Bank-Aktien. Im laufenden Jahr hat die VW-Aktie wegen des Abgas-Skandals bereits 12 Prozent verloren, auf Jahressicht sind es sogar mehr als 40 Prozent.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 187,62

Müller will den Autobauer auf Zukunftsgeschäfte wie Elektromobilität, Batterietechnologie und selbstfahrende Autos ausrichten und dafür bis 2025 einen zweistelligen Milliarden-Betrag investieren. Er will Beteiligungen überprüfen und einen Punkt hinter die Dieselaffäre setzen.

"Zu wenig Details geliefert"

Analyst Michael Punzet von der DZ Bank kritisierte vor allem das neue Renditeziel des Konzerns. Dieses sei zwar mit sieben bis acht Prozent etwa so hoch wie VW bisher in Aussicht gestellt habe. Allerdings habe die bisherige Prognose für 2018 gegolten, nun sei der Zeitpunkt auf 2025 verlängert worden. Müller habe nur Eckpunkte der neuen Strategie vorgestellt und zu wenig Details geliefert. "Ohne zusätzliche Informationen über die geplanten Maßnahmen und über Dieselgate bleiben wir bei unserer skeptischen Einschätzung über VW", betonte Punzet.

Die Experten des Brokerhauses Evercore schrieben dagegen, das neue Renditeziel sehe realistisch aus. 2015 erzielte Volkswagen 6,0 Prozent. "VW ist klug genug, Renditeziele zu verkünden, die auch erzielt werden können." Das Vorhaben des Konzerns, im Geschäft mit Batterien und Elektromobilität weitweit vorne mitzumischen, sei aber "extrem gewagt". VW plant nach eigenen Angaben mehr als 30 neue Elektromodelle bis 2025, von denen pro Jahr zwei bis drei Millionen Stück verkauft werden sollen.

Quelle: ntv.de, kst/rts

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