Wirtschaft

Vonovia und Deutsche Wohnen Neuer Anlauf für den Wohnungsgiganten?

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Die Deutsche Wohnen ist in Berlin aktiv - und der Markt hat an Attraktivität verloren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem Immobilienmarkt deutet sich zwischen zwei Schwergewichten erneut Bewegung an. Vonovia lotet offenbar eine Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen aus. Ein erster Versuch war mit harten Bandagen ausgetragen worden und gescheitert. Auch die Rolle des Berliner Senats ist entscheidend.

Der Immobilienriese Vonovia streckt erneut seine Fühler nach dem Rivalen Deutsche Wohnen aus und sucht dafür politische Unterstützung. Vonovia werde immer wieder auf eine etwaige Übernahme der Deutsche Wohnen angesprochen und Zukäufe seien Bestandteil der Strategie des Unternehmens, erklärte der Dax-Konzern aus Bochum. "Eine derartige Transaktion in Berlin wäre aber überhaupt nur realistisch, wenn fundamentale Fragen geklärt wären und sie von einem entsprechenden Willen der Berliner Politik getragen würde." Doch dort habe die Bewältigung der Corona-Krise Vorrang. Das gelte auch für Vonovia. Deutsche Wohnen lehnte einen Kommentar ab.

An der Börse regte das dennoch die Fusionsfantasien der Deutsche-Wohnen-Anleger an: Die im Nebenwerteindex MDax notierten Titel legten zu. Die Aktien von Vonovia notierten dagegen unverändert. Bei einem Zusammenschluss würde ein Immobilienriese mit einem Börsenwert von rund 36 Milliarden Euro entstehen - gut dreimal so viel wie die Deutsche Bank derzeit wert ist. Die Deutsche Wohnen gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen baldigen Einzug in den Dax, das dürfte den Wert der Firma noch weiter steigern.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, Vonovia erwäge einen neuen Versuch, den größten Konkurrenten auf dem deutschen Wohnungsmarkt zu übernehmen. Der Konzern prüfe mit Beratern die Machbarkeit einer Transaktion, wolle für einen solchen Schritt aber die Unterstützung des Deutsche-Wohnen-Vorstands und des Berliner Senats. In der Bundeshauptstadt gilt ein Mietendeckel, der Investitionen in die Wohnungen für Eigentümer unattraktiv macht.

Grundsatzentscheidung: Berlin oder überregional?

Einen ersten Versuch zur Übernahme hatte Vonovia vor vier Jahren aufgegeben, nachdem sich der Vorstand und die Aktionäre von Deutsche Wohnen dagegen gewehrt hatten. Vonovia-Chef Rolf Buch und Deutsche-Wohnen-Boss Michael Zahn hatten sich damals monatelang mit harten Bandagen bekämpft. Zahn hatte den Preis als zu niedrig und die versprochenen Synergien als unrealistisch bezeichnet. Buch hatte sogar die Schwelle für die Annahme des Übernahmeangebots gesenkt, zog am Ende aber den Kürzeren.

Investoren ging es damals um eine Grundsatzentscheidung: Einige favorisierten den Zusammenschluss zu einem Branchenriesen im Leitindex Dax. Andere wollten dagegen weiter die Wahl haben zwischen zwei börsennotierten Wohnungskonzernen mit unterschiedlichen Investitionsschwerpunkten. Vonovia verwaltet rund 400.000 Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden. Die Deutsche Wohnen mit rund 160.000 Wohnungen fokussiert sich auf Berlin.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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