Wirtschaft

Schneller Bauen, weniger Staus Neuer Autobahnchef verspricht Besserung

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Es staut sich 2011 an einer Baustelle bei Bochum.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele Abschnitte deutscher Autobahnen brauchen dringend eine Frischzellenkur. Zuständig dafür ist die neue Autobahngesellschaft. Sie übernimmt ab 2021 die Aufgaben der Länder. In einem Interview stellt der neue Chef seine Pläne vor. Unter anderem will er den Länderproporz beenden.

Deutschlands Autobahnen sollen in den kommenden Jahren verstärkt saniert und ausgebaut werden. "Wir haben viele Jahre zu sehr von der Substanz gelebt und zu wenig investiert, aber jetzt holen wir den Rückstand auf", sagt der neue Chef der Autobahngesellschaft des Bundes, Stephan Krenz, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (Fas). Er verspricht weniger Schlaglöcher, sauberere Parkplätze, schnellere Bauarbeiten und weniger Staus. Dafür stünde deutlich mehr Geld als früher zur Verfügung, sagt Krenz. "Die Mittel sind ausreichend."

Die Autobahngesellschaft ist September 2018 gegründet worden. Sie übernimmt Bau, Planung und Unterhalt der Autobahnen von den Ländern.

Konkret will Krenz lange Staus reduzieren, indem einzelne Streckenabschnitte auf sechs bis acht Fahrstreifen ausgebaut werden. Außerdem soll ein intelligentes Verkehrsmanagement eingeführt werden. Schon im nächsten Jahr sollen die Verkehrsleitzentralen ihre Staudaten vermehrt austauschen. Dadurch werde es möglich, bei Staus Autofahrer großräumig mit Hilfe der elektronischen Schilderbrücken über den Fahrbahnen umzuleiten, sagt Krenz. Staufreies Fahren sei grundsätzlich erst möglich, wenn Autos autonom fahren.

Zentralisierung als Vorteil

Die Zentralisierung der Autobahnverwaltung beim Bund hält Krenz für einen großen Vorteil. Baustellen sollten künftig nicht mehr an Ländergrenzen enden, sagt er in der Fas. "Wir können auch größere Bauabschnitte in Angriff nehmen. Ausbau und Fahrbahnerneuerung werden künftig nach Wichtigkeit vorangetrieben und nicht nach Länderproporz." Gleichzeitig können laut Krenz Kosten gespart werden, weil die Autobahngesellschaft Baugeräte und Material zentral und in großer Stückzahl einkaufen kann.

Als Innovationen kündigte Krenz verbesserten Lärmschutz und mehr Digitalisierung an. Demnach können Autobahnen mit digitaler Planung schneller und mit weniger negativen Überraschungen günstiger geplant und ausgebaut werden. "Ich schätze, zehn Prozent Zeiteinsparung sind dadurch möglich", sagt Krenz. Die neue Autobahngesellschaft soll 2021 die Aufgaben von den Ländern übernehmen.

Quelle: n-tv.de, chr