Wirtschaft

Flucht aufs Festland? Niederlande bieten Brexit-Firmen neue Heimat

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Und wenn er kommt, dann laufen sie?

(Foto: REUTERS)

Sieben Wochen vor dem angestrebten EU-Austritt Großbritanniens tun sich immer noch viele Unternehmen auf der Insel mit der Frage ihres zukünftigen Standorts schwer. Bleiben oder gehen? Die Niederlande leisten Entscheidungshilfe.

Die niederländische Regierung führt nach eigener Auskunft Gespräche mit 250 ausländischen Firmen über die Verlegung von Geschäftstätigkeiten im Zuge des Brexits. Es handele sich größtenteils um britische, aber auch um amerikanische und asiatische Unternehmen, gab das Wirtschaftsministerium bekannt.

Diese überprüften angesichts des für den 29. März geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU ihre Standorte in Europa. "Sie umfassen Unternehmen aus dem Finanzsektor, Medien und Werbung, Biowissenschaften und Gesundheit sowie Logistik", heißt es in der Mitteilung. Die heimische Agentur für ausländische Investitionen wolle die Firmen von einer Verlagerung von Aktivitäten in die Niederlande überzeugen.

Das Ministerium legte zugleich einen Bericht vor, der bisherige Verhandlungserfolge zeigt. Demnach wurden im vergangenen Jahr im Zuge eines Anwerbungsprogramms 42 Betriebe oder Niederlassungen und 1923 Arbeitsplätze von Großbritannien in die Niederlande gebracht. Konkret genannt werden die japanische Investmentbank Norinchukin, TVT Media sowie die Finanzdienstleister MarketAxess und Azimo.

Die Investitionen für die Neuansiedlung beliefen sich auf rund 290 Millionen Euro, zudem brächten die Firmen knapp 2000 Arbeitsplätze aus Großbritannien mit, teilte die Agentur für Auslandsinvestitionen mit. Die Regierung in Den Haag begrüßte die Entscheidung der Unternehmen ausdrücklich. Angesichts der "wachsenden Ungewissheit über den Brexit" könnten sich die Unternehmen auf das "gute wirtschaftliche Klima" in den Niederlanden verlassen, erklärte der niederländische Wirtschaftsminister Eric Wiebes.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa/AFP