Wirtschaft

Epidemie-Effekte im Riesenreich Nike schließt Hälfte seiner China-Filialen

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"Kurzfristig erwarten wir, dass die Situation beträchtliche Auswirkungen auf unser Geschäft in China hat": Nike stellt sich auf Schwierigkeiten ein.

(Foto: REUTERS)

Der Ausbruch des Coronavirus wirkt sich immer stärker auf das Wirtschaftsleben in China aus. Die verschärften Quarantäne-Maßnahmen der Volksrepublik treffen auch den Einzelhandel. Der US-Anbieter Nike rechnet mit "beträchtlichen" Folgen.

Die Coronavirus-Epidemie in China beeinträchtigt mittlerweile nicht mehr nur Unternehmen der Industrie und aus dem Reise- oder Transportsektor. Auch große Handelskonzerne wie etwa der Sportartikelhersteller Nike bekommen die Folgen der Krankheitswelle zu spüren.

Etwa die Hälfte der Nike-Filialen in China mussten vorübergehend geschlossen werden, teilte das US-Unternehmen mit. Die noch offenen Filialen haben ihre Öffnungszeiten reduziert und verzeichnen insgesamt einen deutlich schwächeren Kundenverkehr.

Grund ist neben den staatlichen Maßnahmen zur Seuchenabwehr auch die wachsende Vorsicht in der Bevölkerung. Seit Tagen rufen die Gesundheitsbehörden in China dazu auf, Aktivitäten in der Öffentlichkeit so weit es geht einzuschränken. In zahlreichen Regionen gelten zudem strikte Reisebeschränkungen.

"Kurzfristig erwarten wir, dass die Situation beträchtliche Auswirkungen auf unser Geschäft in China hat", teilte Nike in einer kurzen Stellungnahme mit. Allerdings, hieß es, blieben die Marke und ihre Attraktivität bei den chinesischen Kunden "hoch", wie der Adidas-Rivale betonte. Dies zeige sich auch an der "anhaltenden Stärke des Digitalgeschäfts".

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Die Volksrepublik ist für Nike ein wichtiges Standbein: Im Geschäftsjahr 2018/19, das im vergangenen Mai endete, erzielten die Amerikaner dort einen Umsatz von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Dollar. Das entsprach etwa 16 Prozent des weltweiten Konzernumsatzes. Zudem werden in chinesischen Fabriken rund 23 Prozent der Schuhe der Marke Nike gefertigt.

Shanghai verlängert die Schulferien

Die Furcht vor einer Ansteckung und einer weiteren Ausbreitung des erstmals in der Millionenstadt Wuhan aufgetretenen Virus 2019-nCoV droht das öffentliche Leben in China noch für Tage, wenn nicht gar Wochen oder Monate lahmzulegen. Wann der Höhepunkt der Epidemie erreicht ist, lässt sich Experten zufolge noch nicht absehen. Erst wenn die Zahl der Neuansteckungen spürbar zurückgeht, können die Behörden die Quarantäne-Vorschriften in einzelnen Regionen wieder lockern.

In vielen Betrieben wurden kurzerhand die Betriebsferien rund um das chinesische Neujahrsfest verlängert. Ähnlich gehen die Behörden in betroffenen Regionen in Bildungseinrichtungen vor. In der chinesischen Finanzmetropole Shanghai zum Beispiel bleiben die Schulen mindestens bis Ende Februar geschlossen, wie die Bildungsbehörde der Stadt Mitte der Woche mitteilte. Betroffen seien alle Schularten. Man bemühe sich um Online-Unterricht für die Schüler, hieß es, um sie so vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen.

In China stieg die Zahl der Infektionen und Todesfälle zuletzt weiter an. Fast 500 Menschen starben an dem neuartigen Corona-Erreger. Mehr als 24.400 sind nach offiziellen Angaben dort mit dem Erreger infiziert. Der Schwerpunkt des Ausbruchs befindet sich damit weiterhin in China. Weltweit liegt die Zahl der Infizierten bei 24.540. Bislang gab es mit je einem Fall in Hongkong und auf den Philippinen nur zwei bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus außerhalb Chinas.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts

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