Tesla bleibt beliebteste MarkeNorweger kaufen Neuwagen fast nur noch als E-Autos

Während die Nachfrage nach E-Autos in der EU schwächelt, sieht es in Norwegen ganz anders aus. Das skandinavische Land setzt dabei auf Steuererleichterungen, drängt Verbrenner aber auch anders aus dem Markt.
In Norwegen sind im vergangenen Jahr fast nur noch reine Elektroautos neu zugelassen worden. Der Anteil an batteriebetriebenen Autos stieg 2025 auf 95,9 Prozent von 88,9 Prozent im Vorjahr, wie Daten des norwegischen Straßenverbands OFV zeigen. Im Dezember lag der Anteil sogar bei fast 98 Prozent.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mit 179.549 Neuwagen 40 Prozent mehr zugelassen als 2024. Käufer schlugen zuletzt vermehrt bei E-Autos zu, da die Regierung im Oktober für Januar 2026 Steuererhöhungen angekündigt hatte. E-Autos für unter 300.000 norwegische Kronen (umgerechnet rund 27.000 Euro) bleiben auch 2026 von der Mehrwertsteuer befreit.
"Das Jahresende war historisch stark", erklärte OFV-Chef Geir Inge Stokke. Zugleich bestehe "kein Zweifel" daran, dass die Änderung der Mehrwertsteuer viele Menschen dazu veranlasst habe, noch vor Jahresende ein neues Elektroauto zu kaufen.
Marktanteil der Chinesen steigt
Auch die Hersteller lieferten vermehrt E-Autos nach Norwegen, um die Nachfrage zu decken. "Wir haben sehr schnell eine Reihe von Autos, die ursprünglich nicht für Norwegen bestimmt waren, umgeleitet, um sie schneller hierher zu bekommen", sagte der Geschäftsführer von Ford Norwegen, Per Gunnar Berg.
Tesla war das fünfte Jahr in Folge die meistverkaufte Automarke in Norwegen mit einem Marktanteil von 19,1 Prozent. Es folgten Volkswagen mit 13,3 Prozent und Volvo Cars mit 7,8 Prozent. Zudem stieg der Marktanteil von in China produzierten Autos auf 13,7 Prozent von 10,4 Prozent im Jahr davor. An der Spitze stand der Autobauer BYD, der die Zahl seiner in dem skandinavischen Land verkauften Autos mehr als verdoppelte.
Der schnelle Umstieg des Ölförderlandes Norwegen auf batteriebetriebene Fahrzeuge steht im Gegensatz zum Rest Europas, wo die Nachfrage schwächelt. Der Wandel wird durch ein System aus Anreizen und Belastungen vorangetrieben. Christina Bu, Leiterin des norwegischen E-Auto-Verbands, erklärte, es gehe nicht nur um Steuererleichterungen, sondern auch um die "Peitsche". Verbrenner würden durch hohe Abgaben aus dem Geschäft gedrängt.