Wirtschaft

Deutschland erneut ermahnt OECD hebt Prognose für Euroraum an

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Die Weltwirtschaft stabilisiere sich auf moderatem Niveau, heißt es von den Experten.

(Foto: dpa)

Die Wirtschaft wächst rund um den Globus mehrheitlich langsamer - und dieser Trend verfestigt sich nach Ansicht der OECD. Und an der Menge der Risiken ändert sich nichts. Deutschland hat nach Ansicht der Experten aber Möglichkeiten, die Konjunktur nachhaltig zu stützen.

Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft leicht gesenkt. Konflikte zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern hätten die Unternehmensinvestitionen auf der ganzen Welt geschwächt und drohten, das künftige Wachstum zu behindern, erklärte die Organisation in ihrem "Economic Outlook". Insgesamt wachse die Weltwirtschaft seit Ende 2018 deutlich langsamer und stabilisiere sich jetzt auf "moderatem Niveau". Etwas optimistischer sind die Experten indes für den Euroraum.

Deutschland werden Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 und 1,2 Prozent in Aussicht gestellt. Angesichts der Konjunkturflaute forderte die OECD einmal mehr höhere Ausgaben. "Höhere Investitionsziele würden das Wirtschaftswachstum langfristig stärken und die Inlandsnachfrage im gegenwärtigen Abschwung stützen", heißt es im Ausblick.

Der Bundeshaushalt sehe zwar höhere Investitionen in Kinderbetreuungs-, Verkehrs- und Digital-Infrastruktur sowie zusätzliche Mittel für Bildung, Forschung und Innovation vor.  Dennoch lägen die geplanten Infrastrukturausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt weiter unter dem Durchschnitt der anderen Euroländer des vergangenen Jahres. Um effektiver vorzugehen, bedürfe es höherer Planungskapazitäten und vereinfachter Verwaltungsverfahren.

Die boomende Baubranche sowie der von Rekord-Beschäftigung und steigenden Löhnen befeuerte private Konsum dürften die Konjunktur stützen. "Mehrere außenwirtschaftliche Risiken könnten zusammentreffen und zu einer drastischeren und länger andauernden Verlangsamung der deutschen Wirtschaft führen", warnt die OECD zugleich.

Investitionen der Unternehmen steigen langsamer

Die OECD schätzt, dass die weltweiten Unternehmensinvestitionen in diesem und im nächsten Jahr weltweit durchschnittlich um 1,8 Prozent zulegen werden. Allerdings stiegen diese in den vergangenen beiden Jahren um jeweils 3,5 Prozent. Niedrigere Ausgaben für Maschinen und Ausrüstungen trügen zu einer Abschwächung der Handelsströme bei. Investitionsgüter machen einen bedeutenden Teil des Handels aus. "Das ist etwas, das sehr beunruhigend ist", sagte Laurence Boone, Chefvolkswirtin der OECD. "Je weniger wir heute investieren, desto mehr werden wir in Zukunft vermissen."

  • Die OECD rechnet damit, dass die Weltwirtschaft 2019 um 3,2 Prozent wachsen wird und 2020 um 3,4 Prozent.
  • Für den Euroraum steigen die Prognosen auf 1,2 und 1,4 Prozent.
  • Für Frankreich bleiben die Prognosen bei jeweils 1,3 Prozent.
  • Italien sagt die OECD eine BIP-Stagnation in diesem Jahr und ein Wachstum von 0,6 Prozent voraus.
  • Das britisches BIP dürfte demnach 2019 um 1,2 Prozent wachsen und 2020 um 1,0 Prozent.
  • Das US-BIP wird nach der OECD-Prognose in diesem und im nächsten Jahr um 2,8 und 2,3 Prozent wachsen.
  • Chinas Wirtschaft wird wohl um um 6,2 und 6,0 Prozent zulegen.
  • Für Japans nehmen die Experten ein Wachstum von 0,7 und 0,6 Prozent an.

Die etwas höheren Prognosen für die USA spiegelten weitgehend einen besser als erwarteten Jahresauftakt wider, erklärte die OECD. Aber die Prognosen seien abgeschlossen worden, bevor die USA die Zölle auf 200 Milliarden Dollar chinesischer Waren von 10 auf 25 Prozent erhöhten und erklärten, dass sie höhere Zölle auf weitere 300 Milliarden Dolla in Betracht zögen. China revanchierte sich mit Zöllen auf US-Importe von bis zu 25 Prozent. Sollten diese Zölle beibehalten werden, würden sie die Volkswirtschaften der USA und Chinas bis 2021 um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte belasten, erklärte die OECD. Weitere Zollerhöhungen würden den Schaden noch vertiefen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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