Wirtschaft

Auf 20-Jahres-Tief Ölpreis stürzt ab

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Der Preis für Öl ist kräftig gefallen.

(Foto: REUTERS)

Der Nachfrage-Einbruch durch die Coronavirus-Pandemie setzt dem Ölpreis zu. Die US-Referenzsorte ist so billig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und es sieht derzeit nicht danach aus, dass sich das schnell ändert.

Trotz der von den größten Ölförderländern vereinbarten drastischen Produktionsdrosselung ist der Ölpreis erneut dramatisch abgestürzt. Angesichts der geringen Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie sank der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte WTI um etwa 19 Prozent auf 14,84 Dollar. Dies war der niedrigste Stand seit rund zwei Jahrzehnten. Der Preis für die Nordseesorte Brent ging um 1,5 Prozent auf 27,64 Dollar zurück.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 40,28

Die US-Lagerbestände füllten sich rasch, da die Raffinerien immer weniger Rohöl nachfragten, sagt Bjornar Tonhaugen, Chef des Ölgeschäfts vom Brokerhaus Rystad. Daran werde sich trotz der geplanten Lockerung der Virus-Restriktionen vorerst nichts ändern. Die Erholung der US-Konjunktur brauche Zeit.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte sich vor rund einer Woche mit ihren Partnern auf die größte Produktionsdrosselung ihrer Geschichte geeinigt, um den Preisverfall zu stoppen. Demnach sollen im Mai und Juni fast zehn Millionen Barrel Öl weniger täglich produziert werden. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Preiskrieg beendet

Nach Juni soll die Produktion noch über einen Zeitraum von fast zwei Jahren verringert bleiben, allerdings nicht mehr so deutlich wie zu Beginn. Quoten wurden bis zum Mai 2022 vereinbart. Zwischen Juli und Dezember des laufenden Jahres soll die Produktion laut Opec um 7,7 Millionen Barrel pro Tag unter dem jetzigen Niveau liegen. Später soll die Produktionsdrosselung dann auf 5,8 Millionen Barrel täglich abflachen.

Bereits in den vergangenen Wochen war der Ölpreis kräftig gefallen. Grund war neben der Corona-Pandemie ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien, der dann durch die jüngste Einigung der großen Förderstaaten allerdings beigelegt wurde.

Quelle: ntv.de, jga/AFP/rts