Zur Freude der SportlerOlympische Medaillen sind dieses Jahr so viel wert wie noch nie

Nur sechs Gramm reines Gold stecken inzwischen noch in einer olympischen Goldmedaille - und doch sind die Auszeichnungen in diesem Jahr dank steigender Edelmetallpreise so teuer wie nie.
Die Athleten, die es bei den Olympischen Spielen in Italien auf das Podest schaffen, werden dieses Jahr dank der steigenden Edelmetallpreise die teuersten Medaillen in der olympischen Geschichte verliehen bekommen. Seit den Olympischen Spielen in Paris im Juli 2024 sind die Spotpreise für Gold und Silber um 107 Prozent beziehungsweise 200 Prozent in die Höhe geschossen.
Diese außergewöhnliche Rally hat demnach zur Folge, dass eine Goldmedaille allein aufgrund des Metallwerts inzwischen einen Wert von 2300 US-Dollar hat. Sie ist damit mehr als doppelt so viel wert wie bei den Sommerspielen in Paris. Der Metallwert einer Silbermedaille beträgt inzwischen fast 1400 US-Dollar und damit dreimal so viel wie vor zwei Jahren, das berichtet CNN.
Insgesamt werden dieses Jahr mehr als 700 Medaillen an die besten Wintersportler vergeben. Die Gewinner erhalten Medaillen, die aus recyceltem Metall hergestellt wurden. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Olympische Goldmedaillen werden seit den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm nicht mehr aus reinem Gold hergestellt.
In einer Goldmedaille sind dem Bericht zufolge inzwischen nur noch sechs Gramm von insgesamt 506 Gramm (16 Feinunzen) reines Gold. Der Rest besteht aus Silber. Bronzemedaillen werden aus Kupfer hergestellt und sind mit einem Gewicht von 420 Gramm (15 Unzen) laut den von den Veranstaltern veröffentlichten Daten nur etwa 5,60 Dollar pro Stück wert.
Im Gespräch mit CNN weist Dominic Chorney, Spezialist für antike Münzen bei Baldwin's, darauf hin, dass olympische Medaillen als Sammlerstücke oft weit mehr wert seien als ihr reiner Materialpreis. Zwar hätten sie "keinen tatsächlichen inneren Wert", seien jedoch begehrt, weil sie mit dem bedeutendsten Sportereignis der Welt verbunden seien. Die meisten olympischen Medaillen würden jedoch niemals zum Verkauf angeboten. "Relativ wenige Olympioniken verkaufen ihre Medaillen, weil sie sie in Ehren halten", zitiert CNN Chorney.
An den Rohstoffmärkten geht derweil die Achterbahnfahrt bei den Edelmetallen in eine neue Runde: Der Preis für Silber sank um bis zu 16,4 Prozent auf 73,57 Dollar je Feinunze. Letzte Woche hatte das Edelmetall noch ein Rekordhoch von 121,64 Dollar erreicht. Gold wurde mit 4794 Dollar je Feinunze zeitweise 3,4 Prozent billiger gehandelt. Seit dem Allzeithoch von 5594,82 Dollar je Feinunze Ende Januar hat das Edelmetall mehr als 14 Prozent verloren.