Wirtschaft

Steuersenkung kommt nicht an Online-Shops senken Preise nur leicht

Um drei beziehungsweise zwei Prozentpunkte liegt die Mehrwertsteuer seit Anfang des Monats niedriger. Doch die Hoffnung, über günstigere Preise die Konsumlust der Deutschen zu steigern, schlägt zumindest im Online-Handel fehl. Eine Auswertung zeigt, dass nur begrenzt Schnäppchen drin sind.

Online-Händler geben die Anfang Juli eingeführte Mehrwertsteuersenkung offenbar kaum an ihre Kunden weiter. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Idealo für die "Welt am Sonntag" senkten die 100 umsatzstärksten Online-Shops die Preise im Juli im Durchschnitt nur um 0,77 Prozent.

Es verringerten sich zwar bei 78 Shops die Preise im Vergleich zum Juni, aber nur bei acht davon durchschnittlich um mehr als zwei Prozent. Wäre die Senkung des regulären Steuersatzes von 19 Prozent auf 16 Prozent komplett weitergegeben worden, hätte das Minus dem Bericht zufolge bei 2,52 Prozent liegen müssen. Bei reinen Lebensmittel- und Buchversendern, für die der reduzierte Satz momentan nun bei fünf statt sieben Prozent liegt, müsste der Nachlass demnach 1,87 Prozent betragen.

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für ein halbes Jahr ist Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Folgen. Der Mehrwertsteuersteuersatz beträgt bis Ende des Jahres statt 19 nur noch 16 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz sank von sieben auf fünf Prozent.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte das Konjunkturpaket als "Wumms" für die deutsche Wirtschaft gepriesen. Es enthält neben der temporären Steuersenkung Hilfen für Familien und Unternehmen sowie Unterstützung für die Kommunen. Der Bund nimmt dafür Schulden in Höhe von 217,8 Milliarden Euro auf. Gepaart mit bereits zu Beginn der Krise auf den Weg gebrachten Hilfen, haben die Hilfen der Großen Koalition einen Umfang von mehr als einer Billion Euro.

Quelle: ntv.de, jog/AFP