Wirtschaft

Nach Sanierung und Jobabbau Opel glänzt mit sattem Betriebsgewinn

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Der Sanierung beim deutschen Autobauer Opel fielen Tausende Arbeitsplätze zum Opfer.

(Foto: dpa)

Beim Autobauer Opel sind die Krisenjahre vorbei. Mit einem Milliardengewinn geht das deutsche Traditionsunternehmen in ein neues Geschäftsjahr. Der Mutterkonzern PSA verzeichnet sogar einen Rekord. Doch Fusionspläne setzen die Marke unter Druck.

Nach einer harten Sanierung hat der Autobauer Opel im vergangenen Jahr seinen Betriebsgewinn auf 1,1 Milliarden Euro ausgebaut. Das sagte der Finanzvorstand des französischen Mutterkonzerns PSA, Philippe de Rovira, in Rueil-Malmaison bei Paris. 2018 hatte Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall einen operativen Gewinn von 859 Millionen Euro eingefahren. Opel gehört seit Sommer 2017 zu PSA. Bei der Sanierung blieben viele Arbeitsplätze auf der Strecke.

PSA Peugeot Citroën
PSA Peugeot Citroën 11,96

Nach Angaben der Industriegewerkschaft Metall arbeiteten Ende 2019 noch rund 15.000 Menschen an den deutschen Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Das waren rund 4000 weniger als bei der Übernahme vor gut zweieinhalb Jahren. Das Unternehmen hat mit der Gewerkschaft weitere rund 5000 sozialverträgliche Abgänge vereinbart, mit der Option auf noch einmal 2000 Stellenstreichungen. Als Gegenleistung gibt es Jobgarantien für die verbleibende Mannschaft, aktuell bis Sommer 2025.

Inzwischen gibt es handfeste Perspektiven für die einzelnen Werke: Im vergleichsweise kleinen Montagewerk Eisenach läuft der noch frische SUV Grandland vom Band. Am Komponenten-Standort Kaiserslautern soll eine der größten Batteriefabriken Europas entstehen. Der Stammsitz Rüsselsheim soll erst im Jahr 2021 die Neuausgabe des Massenmodells Astra bauen. Bis dahin bestimmen dort Kurzarbeit am Auslaufmodell Insignia und Job-Unsicherheiten den Alltag.

PSA will "neue Ära" einläuten

Der PSA-Konzern, zu dem auch die französischen Traditionsmarken Peugeot und Citroën gehören, steigerte im vergangenen Jahr seinen auf die Muttergesellschaft entfallenden Nettogewinn um gut 13 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das war ein neuer Rekord. Ausschlaggebend dafür waren laut De Rovira Kostensenkungen und neue Automodelle. Der Umsatz des Konzerns wuchs um ein Prozent auf 74,7 Milliarden Euro.

Konzernchef Carlos Tavares betonte, der Autobauer wolle dank der angekündigten Fusion mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler eine "neue Ära" einläuten. Die Konzerne wollen den viertgrößten Automobilhersteller der Welt bilden. Opel setzt das zunehmend unter Druck: Denn bei einer gelungenen Fusion mit Fiat Chrysler kämen noch einmal zusätzliche Entwicklerkapazitäten in den Konzern, mit denen die Opel-Ingenieure konkurrieren müssten, heißt es in Rüsselsheim.

Der Zusammenschluss soll spätestens im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden. Die gesamte Branche steht unter Zugzwang, denn es sind Milliardeninvestitionen in Elektromobilität und autonome Autos nötig.

Quelle: ntv.de, jug/dpa