Wirtschaft

Führt Sanierung zu Stellenabbau? Opel könnte Eisenach-Belegschaft halbieren

Die neue Führung von Opel will am Standort Eisenach Kosten einsparen. Unternehmen und Gewerkschaft können sich jedoch nicht einigen. Sollte die geplante Umstrukturierung der Produktion dennoch greifen, droht Hunderten Menschen die Arbeitslosigkeit.

Der kriselnde Autobauer Opel plant laut Gewerkschaftsinformationen einen massiven Personalabbau in seinem Montagewerk Eisenach. Die Belegschaft könnte von derzeit rund 1800 auf nur noch knapp 1000 Leute schrumpfen, wenn die bislang vorliegende Produktionsplanung umgesetzt werde, hieß es in Kreisen der IG Metall.

Unter der Führung des neuen Eigners PSA will Opel im thüringischen Werk statt der bislang produzierten Modelle Adam und Corsa nur noch einen Geländewagen montieren. Dem Vernehmen nach soll dafür von drei auf zwei Schichten umgestellt werden. Die IG Metall beharrt aber darauf, dass PSA an frühere Produktionszusagen des alten Eigentümers General Motors gebunden sei. PSA hat bislang versichert, die Sanierung ohne Entlassungen und Werkschließungen voranzubringen.

Merkel mahnt PSA-Konzern

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den PSA-Konzern dazu aufgefordert, die bei der Übernahme von Opel gemachten Versprechungen auch einzuhalten. "Wir erwarten jetzt erst einmal von dem Unternehmen, dass es alles, was es versprochen hat im Zusammenhang mit der Übernahme, auch einhält", sagte Merkel. Dann müsse man über weitere Details sprechen. "Aber die Bundesregierung fühlt sich gemeinsam mit den Landesregierungen hier in der Pflicht, das ihre zu tun, um zu helfen", sagte Merkel.

Im festgefahrenen Streit um die Sanierung des Autobauers Opel sucht die IG Metall die Rückendeckung der Belegschaft. Gewerkschaft und Betriebsrat haben die Beschäftigten an den drei Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach für Donnerstagnachmittag zu Betriebsversammlungen aufgerufen.

Droht Opel-Standort Eisenach die Schließung?

Die schleppend vorangehende Sanierung der Werke könnte laut Experten in einem Horrorszenario enden. "Am Ende könnte die Schließung der beiden Opel-Werke in Kaiserslautern und Eisenach stehen", sagte Direktor des CAR-Centers, Ferdinand Dudenhöffer. Nur der Stammsitz Rüsselsheim sei wegen der dort sitzenden Entwicklung und der sehr modernen Produktion für PSA unverzichtbar.

Die Peugeot-Mutter PSA hatte eine Investitionsentscheidung für Eisenach verschoben, nachdem Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat nicht zur gewünschten Kostensenkung geführt hatten. Die Arbeitnehmer bestehen auf der Erfüllung älterer Tarifverträge, die noch mit dem Opel-Vorbesitzer General Motors abgeschlossen worden waren.

Quelle: ntv.de, mba/dpa