Wirtschaft

Stellenabbau in Deutschland? Opel sucht "strategische Partner"

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Was hat PSA-Chef Carlos Tavares mit der deutschen Traditionsmarke Opel vor?

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Wie geht es bei Opel weiter? Spekulationen in der französischen Presse um einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums lösen in Deutschland Sorgen vor größeren Stellenstreichungen aus. In Rüsselsheim bemüht sich ein Sprecher, die Wogen zu glätten.

Der Autobauer Opel lotet für sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim mögliche Partnerschaften aus. Das Sanierungsprogramm "PACE" könne zusätzlich zu internen organisatorischen Maßnahmen "auch strategische Partnerschaften umfassen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Ob sich dadurch die befürchteten Stellenstreichungen verhindern lassen, blieb unklar.

Medienberichten zufolge denkt der französische Autokonzern PSA darüber nach, sich von Teilen des Opel-Entwicklungszentrums in Deutschland zu trennen. PSA und Opel hätten mehrere Entwicklungsdienstleister sondiert, damit diese Übernahmeangebote vorlegen, heißt es etwa in einem Beitrag der französischen Tageszeitung "Le Monde". Veräußert werden könnten vier Bereiche, heißt es, die insgesamt mit 500 Millionen Euro bewertet würden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein internes PSA-Dokument von Mitte Mai. In den fraglichen Bereichen arbeiten knapp 4000 Opel-Mitarbeiter. Ein PSA-Sprecher wollte solche "Spekulationen" nicht kommentieren.

Vor diesem Hintergrund betonte der Opel-Sprecher nun, das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim werde auch künftig alle Opel-Modelle entwickeln und die Aufgaben der 15 Kompetenzzentren für die gesamte PSA-Gruppe übernehmen. Wegen des "stark rückläufigen" Volumens von Auftragsarbeiten für General Motors und im Rahmen der Mitbestimmung gelte es, mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden.

Einigung bis Juli 2023

Dies sei Bestandteil der Ende 2017 unterzeichneten Rahmenvereinbarung, erklärte er. Bisher seien keine Entscheidungen gefallen. Opel war im vergangenen August vom PSA-Konzern übernommen worden, der in Deutschland vor allem für seine Marken Peugeot, Citroën und DS bekannt ist. Ende Mai hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmer auf eine Beschäftigungssicherung bis einschließlich Juli 2023 geeinigt.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte in der Vergangenheit angekündigt, Opel als deutsche Marke erhalten zu wollen. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum soll dabei eine wichtige Rolle spielen und konzernweit verantwortlich sein, unter anderem für eine neue Benzinmotoren-Familie, die Arbeiten am Brennstoffzellen-Antrieb oder etwa bei der Weiterentwicklung der Sitze. Bisherigen Plänen zufolge sollen in diesem Bereich lediglich rund 1000 Stellen wegfallen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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