Wirtschaft

Lange Haftstrafe drohtOpenAI-Mitarbeiter wird wegen verstecktem Abhörgerät festgenommen

14.10.2026, 08:05 Uhr
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Die Behörden veröffentlichten ein Foto des Mannes, auf dem dieser hinter den Fernseher schaut, an welchem das Aufnahmegerät angeschlossen wurde. (Foto: via REUTERS)

Die Angst vor Spionage geht unter KI-Firmen angesichts des globalen Wettrüstens verstärkt um. In einem aktuellen Fall bei dem ChatGPT-Entwickler OpenAI versucht ein 35-jähriger Mitarbeiter einen Konferenzraum abzuhören. Doch die Aktion fliegt auf.

Ein Mitarbeiter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI steht unter Verdacht, ein Abhörgerät in einem Konferenzraum der Firma platziert zu haben, in dem oft Geschäftsgeheimnisse besprochen werden. Der 35-jährige saudische Staatsbürger wurde festgenommen, wie die KI-Firma und das US-Justizministerium mitteilten. Die US-Bundespolizei FBI ermittelt zu dem Fall.

Abdulrahman A. war demnach am 9. Oktober festgenommen worden und erschien am Dienstag vor einem Bundesrichter in San Francisco. Laut Gerichtsunterlagen war das Gerät am 30. September entdeckt worden. Es steckte im USB-Anschluss eines Fernsehers und war in Toilettenpapier versteckt. Zwei Tage zuvor soll es dort angebracht worden sein. Der Inhalt des Geräts war verschlüsselt. In einer Tasche, die A. in den Firmenräumen zurückgelassen hatte, wurde demnach ein zweites ähnliches Gerät gefunden. "Bislang haben wir keine Hinweise darauf, dass diese Person unberechtigt auf Modellparameter, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen hat", sagte ein Unternehmenssprecher.

Laut dem Ministerium wurden über einen Chatbot-Account der Ehefrau des OpenAI-Mitarbeiters Anfragen zu Aufnahme-Vorrichtungen gestellt. Im Chatverlauf fanden sich demnach auch Merkmale des im Konferenzraum entdeckten Abhörgeräts. Dem Mitarbeiter drohten bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft und eine Strafe von bis zu 250.000 US-Dollar (etwa 225.000 Euro).

US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton betonte in der Mitteilung, der Fall zeige, wie wichtig es für die nationale Sicherheit der USA sei, den Wettlauf bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz zu gewinnen. Clayton war von Präsident Donald Trump auch mit einer zentralen Rolle bei der KI-Aufsicht betraut worden. Erst in jüngster Vergangenheit hatte ein nun als Whistleblower auftretender KI-Forscher die Vermutung geäußert, dass chinesische Spione die großen KI-Labore von OpenAI und Anthropic unterwandert hätten. Belege dafür präsentierte er nicht.

Quelle: ntv.de, lme/dpa/AFP

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