Wirtschaft

"Come in and fight out" Parfümoffensive gegen Douglas

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Douglas bekommt sowohl online als auch in der Einkaufsstraße neue Konkurrenz.

(Foto: picture alliance / Martin Gerten)

Wer Parfüm kaufen will, denkt meist an Douglas. Lange hatte das Unternehmen hierzulande fast eine Monopolstellung. Diese wollen ihm Zalando, Otto oder Sephora nun streitig machen - im Netz, aber auch in den Einkaufsstraßen. Die Preise könnten dadurch sinken.

Der ehemalige Douglas-Markenslogan "Come in and find out" könnte sich durchaus in der kommenden Zeit in "Come in and fight out" umschreiben lassen. Zahlreiche neue Anbieter wollen sich ein Stück vom Milliardengeschäft mit Duftwässerchen und Schönheitspflegeprodukten abschneiden. Das könnte eine Herausforderung für Douglas werden.

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Setzt ab dem Frühjahr 2018 auch auf Kosmetik und Parfüm: Zalando.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Beispiel Zalando: Der Online-Modehändler will nach dem Schuh- und Modemarkt auch das Geschäft mit Beauty-Produkten aufmischen. Vom kommenden Frühjahr an will der Modehändler sein Angebot um "ein breites Sortiment" an Kosmetik-, Haut- und Haarpflegeprodukten sowie Parfüms erweitern. "Das ist für uns der nächste logische Schritt und spiegelt die Wünsche unserer Kunden wider", betonte Co-Vorstandschef Rubin Ritter.

Der Internetriese sehe hier "viel Entwicklungspotenzial", denn bislang gebe es in diesem Bereich keinen dominanten Online-Händler. Die Erwartungen von Zalando sind hoch: Mehrere hundert Millionen Euro hofft der Händler in absehbarer Zeit mit Kosmetik und Parfüms umsetzen zu können.

Auch der Handelsriese Otto.de kündigte an, breit ins digitale Geschäft mit der Schönheitspflege einzusteigen. Otto verkauft ab sofort im Internet mehr als 1000 Produkte des Kosmetikgiganten L'Oreal. Und im nächsten Jahr könnten noch einmal bis zu 500 weitere Produkte hinzukommen, heißt es in Hamburg.

Kunden wandern ins Internet

Nach einer Prognose der Unternehmensberatung A.T. Kearney werden die Online-Umsätze mit Schönheits- und Körperpflegeprodukten in Europa bis 2019 jährlich um mehr als acht Prozent steigen. Der Chef des Online-Händlers Parfumdreams.de, Kai Renchen, geht davon aus, dass gerade bei hochpreisiger Kosmetik und teuren Parfüms am Ende "bis zu 30 Prozent der Branchenumsätze im Internet gemacht werden". Parfumdreams ist nach eigenen Angaben in Deutschland hinter Douglas die Nummer zwei im Onlinehandel in diesem Bereich.

Das Weihnachtsgeschäft spielt laut der Unternehmensberatung EY dabei eine Sonderrolle. Zwar wird der Onlinehandel auch hier wichtiger, vor allem bei der Generation bis 35 Jahre, aktuell kaufen aber immer noch sieben von acht Deutschen ihr Geschenk im Laden und nicht im Netz. "Im Weihnachtsgeschäft kann der stationäre Einzelhandel seine Stärken ausspielen, denn beim Geschenkekauf geht es auch um das sinnliche Einkaufserlebnis, um Emotionen, Atmosphäre und Ambiente", urteilt der EY-Handelsexperte Thomas Harms.

Doch auch im Einzelhandel gibt es Gegenwind für Douglas. Der französische Parfümeriefilialist Sephora, ein Tochterunternehmen des Luxuskonzerns LVMH, dem auch Marken wie Dior oder Louis Vuitton angehören, will ebenfalls den deutschen Markt erobern. Ende Juni eröffneten die Franzosen im Münchner Kaufhof am Marienplatz den ersten deutschen Sephora-Store. Seitdem sind fünf weitere Dependancen hinzugekommen. Bis Ende kommenden Jahres soll die gerade bei jungen Kunden sehr erfolgreiche Kette bereits in 20 Kaufhof-Häusern zu finden sein. Auch Filialen abseits von Kaufhof und ein Online-Shop sind in Planung, will das Fachblatt "Lebensmittel Zeitung" erfahren haben.

Es braucht neue Impulse

Der Markteintritt der neuen Wettbewerber fällt in eine Zeit, in der das Wachstum in der Branche erstmals seit Jahren schwächelt. Der Handelsverband Kosmetik zog nach einer Branchenumfrage vor wenigen Wochen das Fazit, Umsatzimpulse seien im Kosmetikbereich derzeit Mangelware. "Hohe Konsumausgaben in anderen Bereichen, Rabatte im Parfümeriesektor und der zunehmend aggressive Preiskampf zwischen den Drogeriemärkten nagen an den Umsatzerwartungen", fasste der Branchenverband die Lage zusammen.

Auch Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas bekam das zu spüren. Während die Umsätze außerhalb Deutschlands in diesem Jahr bislang kräftig zulegten, gingen die Verkäufe in Deutschland zuletzt zurück. Daran konnte selbst der erfolgreiche Online-Shop nichts ändern.

Für frischen Wind soll ab November bei den Düsseldorfern Tina Müller sorgen. Sie ersetzt als Vorstandsvorsitzende  Isabelle Parize. Als Marketing-Chefin bei Opel hatte Müller zuvor mit der vielbeachteten "Umparken-im-Kopf"-Kampagne dem Rüsselsheimer Autobauer ein moderneres Image verschafft. Es könnte sich also auf dem deutschen Parfümeriemarkt in den nächsten Jahren einiges verändern.

Wie immer das Ringen ausgehen wird, ein Gewinner steht für den A.T.-Kearney-Handelsexperten Mirko Warschun schon fest: "Für den Verbraucher ist die gegenwärtige Entwicklung nicht schlecht: Es gibt mehr Wettbewerb, Auswahl und neue Services." Das könnte sich in der Zukunft dann auch in sinkenden Preisen niederschlagen.

Quelle: n-tv.de, sma/dpa/rts

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