Wirtschaft

Zigaretten-Absatz bricht ein Philip Morris kehrt Berlin den Rücken

f2b5d22c3c93b57c98f1f9dc942dbd1d.jpg

Der Marlboro Man muss seine sieben Sachen packen und Berlin verlassen.

(Foto: dpa)

Eine jahrzehntelange Tradition geht zu Ende: Philip Morris stellt die Zigaretten-Produktion in Berlin ein. Der Schritt kommt nicht überraschend. Schon lange kämpft der Tabakkonzern mit rückläufigen Absatzzahlen. Eine neue Studie bestätigt den Trend.

Der Tabakkonzern Philip Morris beendet die Herstellung von Zigaretten in Berlin. Die Produktion im Neuköllner Werk soll am morgigen Freitag eingestellt werden, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Damit geht in Berlin eine jahrzehntelange Tradition zu Ende - seit den 1970er Jahren wurden dort laut Philipp Morris Zigaretten produziert.

Philip Morris
Philip Morris 65,68

Das Produktionsende war seit längerer Zeit geplant. Bereits im Mai sprach der Konzern von Überkapazitäten aufgrund des rückläufigen Zigarettenkonsums in Deutschland. Seit vielen Jahren schrumpft der Absatz, obwohl die Zigarette weiterhin das Tabakprodukt Nummer eins in Deutschland ist.

Das Statistische Bundesamt listet für 2018 insgesamt 74,36 Milliarden Zigaretten auf, für die von Tabakunternehmen Steuerkennzeichen beantragt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Rückgang von 1,9 Prozent. Anfang der 1990er Jahre waren die Zahlen noch fast doppelt so hoch. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergab jüngst, dass die Zahl der männlichen Tabaknutzer weltweit erstmals zurückgegangen ist.

Fokus auf alternative Produkte

Die Organisation geht davon aus, dass im kommenden Jahr zwei Millionen Männer weniger Tabak nutzen werden als 2018, im Jahr 2025 sogar sechs Millionen weniger. Die Frauen werden den Männern in der Abkehr von der Nikotinsucht laut WHO aber weiter voraus sein: Im Jahr 2020 dürften neun Millionen Frauen weniger Tabak nutzen als 2018, bis 2025 sollen es sogar 32 Millionen weniger sein als 2018. Die Gesamtzahl aller Raucher bleibt bis mindestens 2025 laut WHO bei knapp 1,1 Milliarden.

Auch Philip Morris geht weiter von einem Rückgang des Absatzes von versteuerten Zigaretten aus. Deshalb setzt das Unternehmen auch auf Produkte, die als weniger gesundheitsgefährdend beworben werden, zum Beispiel Tabakerhitzer. Hunderte Jobs seien in Deutschland im Bereich Marketing und Vertrieb entstanden, hieß es. Philip Morris ist mit einem Marktanteil von gut 37 Prozent (2018) Marktführer auf dem deutschen Zigarettenmarkt. Der Konzern hatte bislang Produktionsstätten in Berlin und Dresden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa